Jedes Jahr erreichte das Theater und Orchester Heidelberg unter der Leitung von Holger Schultze über 220 000 Zuschauer*innen. Mit Programm in den fünf Sparten Schauspiel, Musiktheater, Junges Theater, Tanz und Konzert, mit Uraufführungen, internationalen Koproduktionen und Festivals – im Haus und an verschiedenen Orten in der Stadt.
Wie aber gelang es, regelmäßig eine Auslastung von 95 Prozent zu erzielen? Wie schafft es ein Stadttheater, gleichzeitig überregional sichtbar zu werden und stabile Beziehungen zu einem lokalen und diversen (Stadt-) Publikum zu etablieren und zu erhalten? Nicht nur das Programm spielte hier eine Rolle, auch Kommunikation, Öffentlichkeitsarbeit und Publikumsbindung waren wichtige Faktoren. Und hier waren Holger Schultze und sein Team vor allem: innovativ und stadtbezogen.
Wie füllt man ein großes Haus?
Wer sind die Menschen in Heidelberg? Für wen gilt es, Theater zu machen, wenn das erklärte Ziel war, wie Holger Schultze sagt, »Theater für alle« zu machen?
Der Start seiner Intendanz in Heidelberg begann mit der Wiedereröffnung des komplett sanierten und um einen Saal erweiterten Hauses 2012: »Wir standen schlicht vor der Frage, wie schaffen wir das, das gewachsene Haus mit mehr Zuschauer*innen zu füllen«, erinnert sich Holger Schultze im Gespräch. »Das war eine ganz pragmatische Theaterfrage. Nach den Vorstellungen im...