Wie war das noch mal mit der Mauerfall genannten Grenzöffnung im November 1989, die das Ende des sozialistischen Teils Deutschlands einleitete? Sollte Günter Schabowski, Erster Sekretär der SED-Bezirksleitung von Ost-Berlin, in der berühmten Pressekonferenz die erleichterten Reisebedingungen nicht erst für den 1. Dezember 1994 verkünden? So hätte es zumindest Konrad Polauke, der Protagonist in „Hilfe, die Mauer fällt!“, gerne gehabt. Die am Theater Rudolstadt uraufgeführte Komödie von Karsten Laske und Steffen Mensching erzählt eine andere Geschichte von den bewegten Tagen im Oktober und November 1989. Doch wie das im Theater ist: Hier können die erfundenen Geschichten das Wahre an den wahren Geschichten zeigen. Fiktion fragt nach der Bedeutung der Begebenheiten. Und schärft den Blick für Ähnlichkeiten. Konrad Polauke ist Blumenhändler aus Berlin-Steglitz. Und er will, dass die Mauer stehen bleibt. Er will es sogar mehr als die Mitarbeiter der Staatssicherheit auf der anderen Seite, mit denen er sich im Laufe der Handlung verbündet. Aufhalten kann er die Ereignisse nicht. Aber am Ende ist er trotzdem der Gewinner.
Zunächst sehen wir den von Markus Seidensticker gespielten Floristen, der im Laufe des Abends eine beachtliche Anzahl verschiedener, beeindruckend geschmacksverirrter Hawaiihemden tragen wird, in seinem West-Berliner Domizil. Monika Maria Cleres hat sowohl die...