Neue Perspektiven
Vorwort von Urbane Künste Ruhr
von Lukas Crepaz
Erschienen in: Schichtwechsel. Das Detroit-Projekt – Ein Handbuch für Städte im Wandel / A handbook for changing cities (12/2014)
„This is not Detroit!“ war der provokative Untertitel des DETROIT-PROJEKTS von Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr. Über ein Jahr lang fand ein europäischer Diskurs mit KünstlerInnen und KuratorInnen aus den vier europäischen Opel-Standortländern Deutschland, Spanien, Polen und Großbritannien zur Zukunft der Stadt, der Arbeit und der Kunst in Europa statt. Mitten im krisengeschüttelten Europa führten die Beteiligten spannende Debatten über die Rolle der Kunst in unseren Gesellschaften und präsentierten von April bis Juli 2014 über zwanzig eigens für das Projekt entwickelte interdisziplinäre Arbeiten für die postindustrielle Stadt.
DAS DETROIT-PROJEKT trifft dabei die Grundüberzeugung der Arbeit von Urbane Künste Ruhr, dass ein neuer Blick auf das Ruhrgebiet nur mit neuen und stets in Bewegung befindlichen Perspektiven gelingen kann. Die Urbanen Künste Ruhr verfolgen genreübergreifende Ansätze sowie die Arbeit mit gleichermaßen bildenden KünstlerInnen, WissenschaftlerInnen, ArchitektInnen, PerformancekünstlerInnen, DesignerInnen und oftmals mit bestehenden Kollektiven, die verschiedene Disziplinen vereinen. Der Wechsel der Perspektive zwischen Innensicht und Außenwahrnehmung bildet ebenso eine Konstante von Urbane Künste Ruhr. Dieser Ansatz wurde gewährleistet durch die Partizipation der Bevölkerung und durch die Einbeziehung regionaler Netzwerke sowie die Einladung internationaler KünstlerInnen, vor Ort zu recherchieren, Konzepte zu entwickeln und laufenden Diskussionen durch ihren unverstellten Blickwinkel neue Impulse zu verleihen.
Deutschlands zusammen. Hinzu kam die internationale Ausrichtung des Projekts mit Partnern in Polen, Großbritannien und Spanien. Und nicht zuletzt ist die zeitliche Ausdehnung mit über einem Jahr intensiver Recherche und Projektarbeit nicht nur am Theater, sondern genauso auch in der bildenden Kunst ungewöhnlich lang – allerdings nur dann, wenn man außer Acht lässt, dass sich DAS DETROIT-PROJEKT mit Fragen auseinandersetzte, die das Ruhrgebiet bereits seit Jahrzehnten beschäftigen. Unser großer Dank gilt allen, die sich an dem Projekt beteiligt haben, und unseren Förderern, insbesondere der Kulturstiftung des Bundes und der Kunststiftung NRW. Die künstlerischen Arbeiten und Projekte, die im Sommer 2014 präsentiert wurden, aber noch mehr die Gespräche, die sich daraus ergaben, zeigen uns, welches enorme Potential in diesem Ansatz und der Region liegt. Ein Potential, von dem wir stets überzeugt waren, das aber auch immer wieder überraschte, wenn es sich unvermittelt entfaltete.
Lukas Crepaz
Geschäftsführer Kultur Ruhr GmbH / Urbane Künste Ruhr



















