Zur Funktion des propriozeptiven Sinns: Heinrich von Kleist, Unwahrscheinliche Wahrhaftigkeiten
Mit Sonagrammen
von Helmut Becker
Erschienen am 16.2.2026

[...] Überprüfen wir nun, ob die muskulär-gestische Vorbereitung tatsächlich Auswirkungen auf den Sprechklang hat. Wenden wir uns sprechend – dabei in Vorbereitung auf den Sprechakt die vier verschiedenen Vorstellungen aktivierend – der entsprechenden Textpassage zu, die bei der ersten Lektüre noch relativ unkonkret geblieben war, nach dem Umrechnungsvorgang aber an Konkretion gewonnen hat:
Ein ungeheurer, mehrere tausend Kubikfuß messender Block
Um eine Vergleichbarkeit der verschiedenen Varianten zu gewährleisten, werden diese mit einem leistungsstarken Mikrofon aufgenommen. Die entstandenen Klangbeispiele werden anschließend spektral analysiert, um mittels der entstehenden Diagramme objektive akustische Werte ablesen zu können.
In einem ersten Durchgang wird die Wortgruppe zunächst ganz ohne muskulären Mitvollzug, aber durchaus strukturiert, mit Tempovariation und klaren (sparsam gesetzten) Schwerpunkten geäußert: eben wie ein geübter Nachrichtensprecher sie sprechen würde. Da gute Nachrichtensprecher und Sprecherinnen sich innerlich durchaus auf die Objekte und Sachverhalte beziehen, von denen sie berichten, entspräche diesem ersten Durchgang wohl das Sich-vor-Augen-stellen des Felsblocks. Es entsteht auf diese Weise eine intelligente, gut informierende Sprechversion.
6.1.4.a. Die folgenden drei Varianten (sachlich, von innen ausmessen, umfassen) wurden hintereinander aufgenommen.
Für einen weiteren Sprechversuch könnte man sich, wie oben beschrieben, mit ausgebreiteten Armen in die Hohlform des Blocks hineinbegeben, um auf diese Weise sein...
Erschienen am 16.2.2026
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