Theoriegeleitet: Spiel!
Erschienen in: Digitale Reihe: Informierte Unbestimmtheit – Zur Robotik im Theater (06/2026)
Originaltitel in der Printausgabe: III.1 – Theoriegeleitet: Spiel!

Frühjahr 2021
Zunächst musste geklärt werden, mit welcher Art von Robotern die Ko‑Operation stattfinden sollte und konnte. Eine selbst auferlegte Prämisse war es, die Inszenierung von anthropomorphen Maschinen, so wie es in Uncanny Valley der Fall war, zu vermeiden. Es sollten Beziehungen mit einem Roboter (sinnlich) erforscht werden, der nicht bereits darauf ausgelegt war, durch sein äußeres Erscheinungsbild bestimmte Emotionen zu erwecken. In diesem Sinne leitete eine theoretische Problematik meine praxeologische Forschung ein.
In den Fokus gerieten Industrieroboter, da sie derartigen Morphismen (zumindest bis zu einem gewissen Grad) nicht unterliegen. Hierbei handelt es sich um Werkzeugmaschinen, die in erster Linie für die Industrie entwickelt wurden; umgangssprachlich werden sie auch Roboterarme genannt. Trotz dieser begrifflichen Vermenschlichung entschied ich mich für die Ko‑Operation mit einer solchen Maschine. Das hatte einen theoretischen und einen praktischen Grund: (i) Zum einen war ich auf der Suche nach einem Roboter, der sich nicht auf den ersten, anthropomorphen Blick für eine Reflexion über mehr‑als-zwischenmenschliche Beziehungen anbot. Es galt, einen Robo‑Körper zu finden, der nicht schon qua einer anthropomorphen oder zoomorphen Erscheinung Beziehungen evozierte und emotionalisierte.1 Ziel war es, einen (redundanten) Anthropomorphismus zu vermeiden, um anthropozentrische Tendenzen (in den Künsten) zu unterbinden. (ii) Zum anderen war der...
















