Report
Die künstlerische Vielfalt des jungen Europas
Beim Festival Premières präsentierte Intendantin Barbara Engelhardt den Regienachwuchs im Theater Le Maillon in Strasbourg
von Elisabeth Maier
Assoziationen: Europa Regie Barbara Engelhardt Le Maillon
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Aus der Unterdrückung befreit die palästinensische Tänzerin und Performerin Marah Haj Hussein ihren Körper. In ihrer Produktion „Language: no Broblem“ tanzt sie sich in ein freies Leben hinein. Aus dem Off klingen Worte. Wie Menetekel sind unterschiedliche Schriftzeichen auf Tafeln und Wände gekritzelt. Schriftbilder vermischen sich. Die hebräische Sprache lernen viele Palästinenser, weil sie nur in Israel Arbeit finden. Ihre Muttersprache, das Arabische, wird zurückgedrängt. Die junge Künstlerin, geboren 1998 in Kafr Yasif, lebt heute in Belgien, kommuniziert im Alltag in französischer Sprache. Da ihre Wurzeln nicht zu verlieren, ist jeden Tag aufs Neue ein Balanceakt.
Beim Festival Premières des französischen Theaters Le Maillon in Strasbourg stand die polyphone Tanz- und Sprachkunst Marah Haj Husseins exemplarisch für die klare politische Haltung der jungen Regiegeneration. Im Dialog von Tanz und Sprache legt sie Machtmechanismen in der Kommunikation offen. „Freedom from Torture“ ist auf einem Bildschirm zu lesen, den die Performerin aufklappt. Die seelische Folter der Staatsmächte, die gerade junge Menschen ihrer Identität berauben, legt sie mit konsequentem Körpertheater offen.
Fünf Produktionen aus ganz Europa hatte die Intendantin Barbara Engelhardt zu dem Festival eingeladen, das an zwei Wochenenden an der Bühne nahe dem Europäischen Parlament in der Stadt an der Grenze zu...




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