Forschungsfragen
Erschienen in: Digitale Reihe: Informierte Unbestimmtheit – Zur Robotik im Theater (06/2026)
Originaltitel in der Printausgabe: I.2 – Forschungsfragen
Die technisch-ästhetische Definition von Robotern offenbart eine Grundproblematik der (szenischen) Robotik: Zum einen handelt es sich um informierte Wesen, die inszeniert, gestaltet und (algorithmisch) bestimmt werden. Gleichzeitig sind es Figurationen, denen eine Form von Unbestimmtheit inhärent ist, indem sie zu Mehr-als-Werkzeugen werden. Die Unbestimmtheit einer (künstlichen) Figuration widerstrebt also der Bestimmtheit einer (technologischen) Konstellation. Dieser Widerspruch macht Roboter zu Entitäten, die zwischen Bestimmbarkeit und Unbestimmbarkeit oszillieren. Eine theaterphilosophische Perspektive auf die szenische Robotik rückt somit ein Paradoxon in den Vordergrund, das hier mit dem Begriff ‚informierte Unbestimmtheit‘ zum Ausdruck gebracht wird. Die Kernfrage der vorliegenden Forschungsarbeit (Wie lässt sich ein angemessener Umgang mit Technik gestalten?) wird deshalb für die folgenden Studien reformuliert: Wie lässt sich ein angemessener Umgang mit informierter Unbestimmtheit gestalten?
Diese forschungsleitende Frage umfasst sowohl technisch-ästhetische als auch ethisch‑ästhetische Implikationen. Sollen anthropozentrische Denk- und Handlungsmuster in und mit der szenischen Robotik überwunden werden – so die Programmatik –, müssen Inszenierungspraktiken, wie die Anthropomorphisierung von Robotern, kritisch hinterfragt und Alternativen aufgezeigt werden. Aus diesem Grund geht es im Folgenden darum, mehr über die Beziehung mit und die Inszenierung von Robotern zu erfahren, um das Theater als einen relevanten Verhandlungsort für andere und womöglich inklusivere Gesellschaftsformen zu etablieren. Die Formulierung...
















