Theater der Zeit

Meldung (Das Wichtigste vom Tag)

Freitag, 04. September 2026

Ausschreibung des Marie-Zimmermann-Stipendiums 2027 ++ Ehemaliges Frauengefängnis wird zu Ateliers und Musikproberäumen ++ Theater rufen mit Aktion „DAFÜR! singen“ zu Demokratie auf ++ Vertrag mit Generalmusikdirektor Ruben Gazarian bis 2030 verlängert ++ Trauer um Schauspieler Bernd Lange

Assoziationen: Baden-Württemberg Berlin Mecklenburg-Vorpommern Thüringen Friedrich Schirmer Wolfgang Engel Kay Kuntze Marie Zimmermann Bernd Lange Jan Neumann Akademie Schloss Solitude Theater und Orchester GmbH Neubrandenburg/Neustrelitz Volkstheater Rostock Stadthalle Greifswald (Kaisersaal) Schauspielhaus Neubrandenburg Theater Stralsund Landestheater Neustrelitz Theater Altenburg Gera Deutsches Nationaltheater & Staatskapelle Weimar Staatsschauspiel Dresden

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Stuttgart: Ausschreibung des Marie-Zimmermann-Stipendiums 2027

Die Akademie Schloss Solitude lädt, wie sie mitteilt, besonders talentierte Nachwuchsdramaturg:innen aus dem deutschsprachigen Raum ein, sich für das Marie-Zimmermann-Stipendium 2027 zu bewerben. Das Stipendium ermöglicht es, die eigene Arbeit weiterzuentwickeln, neue Ideen zu erproben und sich in einem internationalen Umfeld mit Künstler:innen und Wissenschaftler:innen anderer Disziplinen auszutauschen. Es umfasst eine einmalige Förderung in Höhe von € 5.000 sowie einen zweimonatigen Aufenthalt an der Akademie Schloss Solitude in einem kostenfreien, möblierten Wohn- und Arbeitsstudio.

Bewerben können sich deutschsprachige Dramaturg:innen bis 40 Jahre; Englischkenntnisse werden vorausgesetzt. Das Stipendium gilt als einziges Artist-in-Residence-Programm für deutschsprachige Dramaturg:innen und wurde 2008 von der Akademie Schloss Solitude und dem Regisseur Friedrich Schirmer zum Andenken an die Dramaturgin und Festivalmacherin Marie Zimmermann gegründet. Seit 2019 wird es durch das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg gefördert. Bewerbungen sind ausschließlich über die Online-Plattform der Akademie bis zum 15. Oktober, 18 Uhr CET, möglich.

 

Berlin: Ehemaliges Frauengefängnis wird zu Ateliers und Musikproberäumen

Die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH hat das ehemalige Frauengefängnis in der Lehrter Straße 61 in Moabit offiziell an die Senatsverwaltung für Kultur und Gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie die Kulturraum Berlin gGmbH übergeben, wie die Kulturraum Berlin gGmbH mitteilt. Nach einer umfassenden denkmalgerechten Sanierung nach Planung der Renner Architekten GmbH stehen im Rahmen des Arbeitsraumprogramms des Landes Berlin nun 49 geförderte Musikproberäume und 32 geförderte Ateliers zur Verfügung. Die Künstler:innen seien bereits im August eingezogen.

Das zwischen 1898 und 1900 errichtete, denkmalgeschützte Gebäude mit rund 7000 Quadratmetern Fläche diente jahrzehntelang dem Justizvollzug, bis 2013 der Gefängnisbetrieb endete. 2022 fiel die Entscheidung für eine kulturelle Nachnutzung. Das Land Berlin investierte € 17,7 Millionen in die Sanierung, bei der unter anderem Klinkerfassaden restauriert, Aufzüge für Barrierefreiheit eingebaut und die Musikproberäume akustisch ausgebaut wurden. Historische Elemente wie Zellentüren, vergitterte Fenster und drei erhaltene Hafträume blieben erhalten. Ab Ende 2026 soll im benachbarten ehemaligen Gerichtsgebäude Lehrter Straße 60 ein zweiter Bauabschnitt mit flexibel buchbaren Räumen nach dem Modell der geförderten Kultur Räume Studios entstehen.

 

Mecklenburg-Vorpommern: Theater rufen mit Aktion „DAFÜR! singen“ zu Demokratie auf

Vor der Landtagswahl am 20. September 2026 rufen die Theater in Mecklenburg-Vorpommern gemeinsam zu Demokratie, Vielfalt und der Freiheit der Kunst auf, wie das Theater und Orchester Neubrandenburg/Neustrelitz, die Vorpommersche Landesbühne, das Theater Vorpommern, das Volkstheater Rostock und das Mecklenburgische Staatstheater in einer gemeinsamen Erklärung mitteilen. Unter dem Motto „DAFÜR! singen – für Vielfalt, für Zusammenhalt und für die Freiheit der Kunst“ laden die Häuser am 5., 7., 12. und 13. September zu Tagen der offenen Tür, auf Märkte und zu Saisoneröffnungsfesten ein, bei denen gemeinsam gesungen wird.

Zu den Aktionen zählen unter anderem die Spielzeiteröffnung in der Stadthalle Greifswald am 5. September, das gemeinsame Singen des Volkstheaters Rostock auf dem Marktplatz Rostock am 7. September sowie am 12. September eine Demokratiekonferenz des Mecklenburgischen Staatstheaters auf dem Marktplatz Schwerin, ein Tag der offenen Tür im Schauspielhaus Neubrandenburg und die Spielzeiteröffnung des Theaters Stralsund. Am 13. September folgt ein Tag der offenen Tür im Landestheater Neustrelitz. In ihrer Erklärung betonen die Theater, dass jeder Mensch die gleiche Würde besitze und Minderheiten geschützt werden müssten; sie kündigen an, gemeinsam mit zivilgesellschaftlichen Partnern und Initiativen zu singen.

 

Altenburg/Gera: Vertrag mit Generalmusikdirektor Ruben Gazarian bis 2030 verlängert

Das Theater Altenburg Gera hat den Vertrag mit seinem Generalmusikdirektor Ruben Gazarian um drei weitere Jahre verlängert, wie das Fünf-Sparten-Haus mitteilte. Der aus Armenien stammende Dirigent unterzeichnete die Vereinbarung gemeinsam mit Generalintendant Kay Kuntze und dem Kaufmännischen Geschäftsführer Mike Wittich; sie sichert seine Wirkungsstätte in Ostthüringen bis zum Sommer 2030. Gazarian hat die Position seit der Spielzeit 2020/21 inne. Kuntze würdigte die Arbeit Gazarians mit dem Orchester als herausragend, Gazarian betonte seine Verbundenheit zum Haus und freue sich auf die weitere gemeinsame Arbeit.

Seit September 2024 ist Gazarian zusätzlich Künstlerischer Leiter und Chefdirigent des Israel Chamber Orchestra in Tel Aviv. Zuvor leitete er von 2002 bis 2018 das Württembergische Kammerorchester Heilbronn, mit dem er über 860 Konzerte und 27 CD-Produktionen realisierte und dafür mit der Goldenen Münze der Stadt Heilbronn ausgezeichnet wurde. Zudem leitete er sechs Spielzeiten das Georgische Kammerorchester Ingolstadt.

 

Weimar: Trauer um Schauspieler Bernd Lange

Wie das Deutsche Nationaltheater Weimar mitteilt, ist der Schauspieler Bernd Lange am 28. August 2026 im Alter von 75 Jahren nach langer schwerer Krankheit verstorben. Von 1978 bis 2021 war er am DNT Weimar engagiert und danach immer wieder als Gast in verschiedenen Inszenierungen tätig, zuletzt als Oberst Pickering in „My Fair Lady“.

Lange studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ Berlin und absolvierte zudem eine Gesangsausbildung an der Hochschule für Musik FRANZ LISZT in Weimar. Neben seinem Theaterengagement initiierte er eigene Projekte, unter anderem das Programm „Gespräch über den Dächern“ mit der Gruppe Bayon sowie musikalisch-literarische Projekte zu Goethe und Schiller. Als Gast wirkte er in Wolfgang Engels Inszenierung „Der Turm“ am Staatsschauspiel Dresden mit. Zuletzt stand er in „Das Ballhaus“ von Jan Neumann auf der DNT-Bühne und spielte trotz seiner Erkrankung Ende Mai 2025 die letzte Vorstellung dieser Inszenierung.

 

Redaktionsschluss: 15:06 Uhr

Erschienen am 4.9.2026

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