Meldung (Das Wichtigste vom Tag)
Mittwoch, 16. September 2026
Joachim Meyerhoff steigt aus Burgtheater-Produktion aus ++ Freie Produktionshäuser protestieren gegen Kürzungen bei Kulturstiftung ++ Trump kündigt Schließung des Kennedy Centers an ++ Schauspieler Ralf Richter gestorben
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Wien: Joachim Meyerhoff steigt aus Burgtheater-Produktion aus
Der Schauspieler Joachim Meyerhoff legt seine Mitwirkung an der Produktion „König Ubu“ am Wiener Burgtheater nieder, wie das Haus mitteilt. Grund seien gesundheitliche Probleme. Die Inszenierung liegt in der Regie von Stefan Bachmann. Meyerhoff selbst erklärt zu der Absage, die Proben mit Bachmann seien großartig gewesen, doch er müsse sich eingestehen, momentan nicht so arbeiten zu können, wie es die Rolle erfordere.
Meyerhoff, geboren 1967 in Homburg/Saar, zählt zu den Größen im Ensemble des Wiener Burgtheaters, dem er seit 2005 verbunden ist und in das er in der vergangenen Spielzeit zurückkehrte. Von 2019 bis 2024 war er fest im Ensemble der Berliner Schaubühne, zuletzt spielte er auch am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und an den Münchner Kammerspielen. Auch als Autor autobiografischer Romane ist er bekannt; sein Buch „Ach, diese Lücke, diese entsetzliche Lücke“ wurde mit Senta Berger verfilmt. 2018 hatte Meyerhoff einen Schlaganfall erlitten.
Die Premiere von Alfred Jarrys „König Ubu“ soll dennoch am 16. Oktober 2026 stattfinden. Stefanie Reinsperger übernimmt die Rolle des Vater Ubu, Sebastian Wendelin kommt neu zur Produktion und spielt die Mutter Ubu.
Sachsen: Freie Produktionshäuser protestieren gegen Kürzungen bei Kulturstiftung
Zwölf freie Produktionshäuser und Spielstätten für die Darstellenden Künste in Sachsen protestieren gegen geplante Kürzungen bei der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen, wie sie in einer gemeinsamen Pressemitteilung mitteilen. Der Regierungsentwurf zum Doppelhaushalt 2027/28 sehe Kürzungen von bis zu 50 Prozent vor, die die gesamte Bandbreite der Freien Künste beträfen. Zu den unterzeichnenden Häusern gehören unter anderem HELLERAU – Europäisches Zentrum der Künste Dresden, das LOFFT – DAS THEATER Leipzig, das Societaetstheater Dresden, das Zentralwerk Dresden sowie das TANZ I MODERNE I TANZ Choreographisches Zentrum Chemnitz.
Die Unterzeichnenden warnen, dass die Kulturstiftung als zentrale Säule der Kofinanzierung für freie Künstler:innen und Companys wegfiele und dadurch die kulturelle Vielfalt im Freistaat erheblich eingeschränkt würde. Zudem gehe durch die Kürzungen die Hebelwirkung verloren, mit der Mittel des Bundes und privater Stiftungen nach Sachsen geholt würden. Die Häuser fordern den Freistaat auf, die angekündigten Kürzungen im parlamentarischen Prozess zu korrigieren.
Washington: Trump kündigt Schließung des Kennedy Centers an
US-Präsident Donald Trump hat mit der dauerhaften Schließung des Kennedy Centers in Washington gedroht, wie Deutschlandfunk Kultur berichtet. Sollte die Justiz eine Umbenennung erneut stoppen, würden Umbau und Renovierung des Hauses nicht stattfinden, schrieb er auf seinem Onlinedienst Truth Social. Zuvor hatte er die Schließung der Kultureinrichtung mitgeteilt – laut Trump nach einem fast einstimmigen Beschluss des Verwaltungsrats. Als Begründung nannte er Sicherheitsmängel des Gebäudes und die Notwendigkeit umfangreicher Renovierungsarbeiten. Zur Voraussetzung für die Renovierung machte er, dass sein eigener Name an der Fassade angebracht wird; ein US-Bundesrichter hatte dies zuvor erneut verweigert.
Das 1971 zu Ehren des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy eröffnete Haus hatte Trump zuvor eine links-„woke“ Haltung vorgeworfen. Er hatte sich selbst an die Spitze eines Verwaltungsrats mit handverlesenen Mitgliedern gesetzt und seinen Namen vor dem Kennedys an der Fassade anbringen lassen. Dies führte zu einem langwierigen Rechtsstreit und einem Einbruch der Besucherzahlen; zahlreiche Künstler:innen sagten ihre Konzerte ab.
Köln: Schauspieler Ralf Richter gestorben
Der Schauspieler Ralf Richter ist im Alter von 69 Jahren gestorben, wie der Spiegel und andere Medien berichten. Er starb am 15. September 2026 in Köln.
Richter wurde am 17. August 1957 in Essen geboren und besuchte nach einer Schreinerlehre die Westfälische Schauspielschule Bochum, schloss diese jedoch nicht ab. Er stand an verschiedenen Schauspielhäusern auf der Bühne, so an der Freien Volksbühne in Berlin, am Deutschen Schauspielhaus Hamburg und am Theater Bonn. Als Filmdarsteller wurde er 1981 durch die Rolle des Zentralemaats Frenssen in Wolfgang Petersens Weltkriegsdrama „Das Boot“ bekannt. Als wichtig gilt auch sein Auftritt als Karlheinz „Kalle“ Grabowski in der Ruhrpottkomödie „Bang Boom Bang – Ein todsicheres Ding“ (1999, Regie: Peter Thorwarth). Seit seinem Filmdebüt trat Richter regelmäßig in Film und Fernsehen auf und war zudem ein gefragter Hörspielsprecher.
Redaktionsschluss: 14:53 Uhr
Erschienen am 16.9.2026





















