Herakles 5
von B. K. Tragelehn
Erschienen in: Recherchen 179: Roter Stern in den Wolken 3 – Aufsätze, Reden, Gespräche, Gedichte. Ein Lesebuch (04/2026)
Assoziationen: Benno Besson Heiner Müller Deutsches Theater (Berlin)

Das kleine Stück Herakles 5 hatte Heiner Müller geschrieben als Satyrspiel, das der Sophokles-Tragödie Ödipus Tyrann folgen sollte. Müllers Sophokles-Bearbeitung hat Besson 1967 inszeniert am Deutschen Theater Berlin. Müller erinnert sich: Herakles war schon fertig, als Oedipus geprobt wurde. Das hatte ich geschrieben, weil wir lange über das Problem der Kanalisation gesprochen hatten, darüber, dass die Pest ein Kanalisationsproblem ist. Aber Besson sah für diesen Appendix keine Notwendigkeit, und die Uraufführung von Herakles 5 fand erst 1974 in Westberlin statt, in der Werkstatt des Schillertheaters, Regie Ernst Wendt. In der DDR wurde das Stück im Rahmen des zweiten Volksbühnenspektakels aufgeführt. Gedruckt wurde es, zusammen mit Philoktet, schon 1966 in Sinn und Form.
T. gelang es erst in seinem dritten Anlauf, das Stück bis zur Aufführung zu bringen: 1985 am Bayerischen Staatsschauspiel München, im Marstall. Ein erster Versuch, 1973 in der DDR, wurde verboten. Ein zweiter, 1981, im Großen Haus des Schauspiels Frankfurt, scheiterte an T.s fristloser Entlassung.
Bei allen drei Versuchen, das Stück aufzuführen, in Berlin zusammen mit Schleef im kleinen bat, ohne Schleef in Frankfurt in der großen Halle des Schauspielhauses und in München in der mittelgroßen des alten Marstalls, war die theatralische Raumordnung das Zirkusrund. Nur...




















