Fest des Tanzes»Tanz – ein Fest« der Komischen Oper Berlin im Palast der Republik
Aus TdZ 4/1987
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Die tanzfreundliche Leitung des Palasts der Republik ließ auf die erfolgreichen Kooperationen mit der Deutschen Staatsoper Berlin ein ähnliches Unternehmen mit der Komischen Oper folgen. »Tanz – ein Fest« offerierte im allzu weiträumigen Großen Saal ein heiteres, dem Berlin-Jubiläum gewidmetes Programm. Vier Choreographen beteiligten sich mit sieben Beiträgen, im ersten Teil neue Arbeiten, im zweiten eine DDR-Erstaufführung. Da sich ein dramaturgischer Zusammenhang zwischen den Werken nicht ausmachen ließ, durfte man den Tanz als den »roten Faden« ansehen – und kam auf seine Kosten.
Den Abend eröffnete ein »Berlin-Entree« nach Musik aus dem »Stralauer Fischzug« von Leo Spies. In acht suitenartig verbundenen Tänzen von Walzer bis Galopp präsentierte Tom Schilling seine riesige Truppe in effektreicher, schwungvoller, geschickt arrangierter Choreographie und dankbaren Aufgaben. Ein »Romantisches Duett« Dmitri Brjanzews nach Musik von Chopin setzte dem temperamentvollen Auftakt einen besinnlichen Kontrast entgegen. Jutta Deutschland verlieh dem Beitrag, dem es im zweiten Teil an Ausformung mangelt, jene Atmosphäre, die ihn zum Kunstwerk erhob. Dieter Hülse war ihr dabei ein sicherer Partner.
Hintergrundprojektionen verwendete Peter Tornew: auf die Ouvertüre zu Rezniceks Oper »Donna Diana« wird aus dem Gegeneinander zweier Formierungen Miteinander. Mit farbigem Licht brachte Brjanzew ein Husarenstück »Leichte Kavallerie« zur...















