Zwischen Resilienz und Widerstand: Warum junges Theater mehr ist als ein Bildungsauftrag
von Jakob Jokisch
Erschienen in: Mutige Sprünge und große Wellen – 40 Jahre theater pfütze (06/2026)
Assoziationen: Kinder- & Jugendtheater
„Was wir tatsächlich haben, sind sehr besorgte Eltern, die wahrnehmen, dass das System nicht funktioniert und ihr Kind keine Räume mehr hat, wo es sich frei bewegen kann.“ Aladin El-Mafaalani
Wir leben – scheinbar mehr als je zuvor – in einer Zeit der Gegensätze. Die Spaltung der Gesellschaft in unterschiedliche Lager und „Bubbles“ scheint ein zentrales Phänomen dieser Zeit zu sein. Dabei spaltet sich die Gesellschaft nicht wirklich. Im Spannungsfeld zwischen der polarisierenden Rhetorik des virtuellen Raums und dem Rückzug in Gemeinschaften Gleichgesinnter fehlen zunehmend Orte, an denen Menschen einander tatsächlich begegnen. Gerade solche Räume, die unabhängig von Herkunft, sexueller Identität, Religionszugehörigkeit, sozialer Klasse oder anderen Abgrenzungsmerkmalen offenstehen, sind jenseits digitaler Zusammenhänge von zentraler Bedeutung, weil sie direkte Begegnung und gegenseitiges Verständnis ermöglichen. Die konstruierten Grenzen, die Menschen voneinander zu trennen scheinen, schaffen eine große Einsamkeit, da selbst Menschen, die zwar die gleichen Grundwerte teilen, sich aber in anderen Aspekten unterscheiden, nicht mehr in den Dialog über die Zukunft einer menschenfreundlichen Welt treten können. Einfach weil es so selten den Raum gibt, Ambivalenzen unaufgelöst stehen zu lassen. So kommt es, dass die Einsamkeit noch nie ein so häufiges Risiko für die mentale Gesundheit war wie aktuell. Resilienz als erlernbare Kernkompetenz...















