Zwei Männer stehen sich im Ring gegenüber. Sie umkreisen sich, tigern, lauern. Einer trägt eine pink-schwarze Maske, die nur Augen und Mund freilässt. Und dann: Vor den Augen hunderter Zuschauer stürmen sie aufeinander zu, rollen über den Boden und malträtieren sich mit Klappstühlen. Willkommen bei „Extreme Rules“, willkommen in der Welt des Professional Wrestling.
Masked Man Rey Mysterio gegen seinen Herausforderer Chris Jericho: Der Kampf stand im Zeichen eines Stückchen bunten Stoffes. Er werde seinen Kontrahenten nicht nur besiegen, sondern ihm auch seine Maske herunterreißen, drohte Chris Jericho — was auch gelang: Rey Mysterio, demaskiert, floh, das Gesicht hinter den Händen verborgen. Der Kommentator bemerkte: „Without the mask, he is not Rey Mysterio, without the mask, he is not a man.“ Warum ist der Moment der Demaskierung selbst für ein Genre ikonisch, dass gigantische Spektakel inszeniert, Muskelspiel, große Emotionen, und Feuerwerk inklusive?
Professional Wrestling, offiziell als „Sports Entertainment“ etikettiert, oszilliert zwischen Theater, athletischer Performance, Showkampf und Sport-Mimikry. Es ist, wie Roland Barthes sagt, ein „Spektakel der Leidenschaften“1. Ein Spektakel von Körpern, die in einem nur scheinbar fatalen Kampf aufeinandertreffen. Ein essenzielles Inszenierungsmittel für die AthletInnen der World Wrestling Entertainment Liga (WWE) ist dabei die Maske, die den jeweiligen...