Editorial
von Thomas Irmer
Erschienen in: Theater der Zeit: Gefängnistheater (04/2026)

Auf dem Titel: Alexander Scheer, fotografiert von Luna Zscharnt und als Bild zum Kunstinsert in diesem Heft gehörend. Ein fast klassischer Aufschlag der neuen Theaterfotografie.
Dagegen kommt der Schwerpunkt aus einer Welt, mit der die wenigsten Theaterkunst verbinden, eher Mitmachspiele für Resozialisierung im Rahmen von therapeutischen Maßnahmen im Strafvollzug. Doch Gefängnistheater kann so viel mehr sein und verweist auch auf eine lange Tradition in verschiedenen Ländern. In Deutschland ist das Berliner Gefängnistheater aufBruch ein einzigartiges Projekt, das seit 1997 in Berliner Haftanstalten öffentlich zugängliches Theater macht. Zuletzt „Warten auf Godot“ in der JVA Plötzensee, alle Vorstellungen ausverkauft. Die Leitung von aufBruch, Peter Atanassow und Sybille Arndt, bereitet ihre auch organisatorisch aufwendigen Produktionen in einem vom großen Sog der PrenzlauerBerg-Gentrifizierung noch nicht erfassten kleinen Ladenlokal in der Pappelallee vor. Die Atmosphäre gemütlich und das Fenster zum Hof – vergittert.
B. K. Tragelehn wird am 12. April neunzig Jahre alt. Hans-Dieter Schütt beschreibt den Wanderer zwischen Ost und West, Brecht und Heiner Müller, Schreibtisch und Regiestuhl, der bis heute nicht seinen sächsischen Humor verloren hat. Alexander Karschnia würdigt Tragelehn als Übersetzer und Nachdichter von Stücken der Shakespeare-Zeit in der Reihe „Altenglisches Theater neu“.
Bei den nächsten Landtagswahlen im September in Sachsen-Anhalt und...


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