Bericht
TdZ+Was für ein Theater!
Die Verabschiedung von Ulrich Fischer in Eisleben
von Matthias Schmidt
Erschienen in: Theater der Zeit: KI – Künstlerische Intelligenz? (09/2025)
Assoziationen: Sachsen-Anhalt Ulrich Fischer Theater Eisleben

Es ist heiß an diesem Sonntagnachmittag, und die Schlange vor dem Theater Eisleben wird immer länger. Zuschauer:innen, Kolleg:innen, Wegbegleiter:innen wie Matthias Brenner – alle wollen sich von einem der dienstältesten Intendanten der Republik verabschieden. 31 Jahre hat Ulrich Fischer das kleine Haus im Mansfelder Land geleitet, mehrfach hat er es vor der Schließung bewahrt. Nun steht er in einem T-Shirt im Foyer und begrüßt jeden Gast persönlich. Per Handschlag. Auf dem T-Shirt steht: „Theater Eisleben. Was für ein Theater“.
Viele der Zuschauer:innen sind sichtlich bewegt, denn hier endet tatsächlich eine Ära. Für die meisten im Saal war Fischer immer hier. Als er 1986 kam, als Dramaturg, war Eisleben noch DDR, und das Theater hieß Thomas Müntzer. Dann kam der Westen, und Fischer blieb. Seit 1994 als Intendant an einem Haus, das nach den Maßstäben der Bundesrepublik gar nicht mehr hätte existieren dürfen. Zu teuer, zu klein. Und wo liegt das überhaupt, Eisleben?
„Vorhang für Ulrich Fischer“ hieß die Veranstaltung, mit der sich das Theater, die Lutherstadt Eisleben, der Landkreis Mansfeld-Südharz und vor allem die Zuschauer:innen von ihrem Intendanten verabschiedeten. Sogar ein Grußwort des Landes-Kulturministers Rainer Robra wurde per Video zugespielt. Was mehr war als nur eine Geste, war es doch...



















