Theater der Zeit

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Prolog: Antwort auf eine Umfrage

von B. K. Tragelehn

Erschienen in: Recherchen 145: Roter Stern in den Wolken 2 (08/2019)

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Die Frage war: Theater im Glück? Meine Antwort (zum 60. Geburtstag der Monatsschrift Theater der Zeit, 2006) hat die Frage umgekehrt: Glück im Theater?

Das ist das Spiel. Schiller hat es zu den Menschenrechten gezählt: Der Mensch spielt nur, wenn er in voller Bedeutung des Worts Mensch ist, und er ist nur da ganz Mensch, wo er spielt.

Dass Glück im Leben selten ist, weiß man. Dass das Theater nicht exterritorial ist, weiß man auch. Aber ein Privileg des Theaters ist die Möglichkeit des Glücks. Privilegien gibt es nicht umsonst, man muss sie sich verdienen. Je strenger die Regeln sind, desto befreiender ist das Spiel. Es ist wahr, das Spielen hat eine Neigung, auszuarten in Arbeit. Dann ist zu beachten, dass die Grenze nicht beachtet wird. Einen beruhigenden Zustand der Freiheit kann es nicht geben. Es gibt nur immer wieder Befreiung. Die Scheißrealität muss fest ins Auge gefasst und – das ist das Ziel – überwältigt werden.

O du schöne und schreckliche Welt! Es lebe das Versinken im Spiel und das Auftauchen aus dem Spiel. Und das Glück, das die Zeit vergisst und die Realität unmöglich macht. Spielerisch.

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