Editorial
von Thomas Irmer
Erschienen in: Theater der Zeit: BRACK IMPERieT – „Hedda Gabler“ von Vegard Vinge und Ida Müller in Oslo (09/2022)
Das Titelbild dieser Ausgabe stammt von dem norwegischen Theaterkünstler und Maler Vegard Vinge, der die Zeichnung für Theater der Zeit nach einer älteren Vorlage überarbeitete. Diese gehört offensichtlich – siehe die neu eingetragene Jahreszahl und vor allem den Essay von Thomas Oberender im Kunstinsert – zu den jahrelangen Vorbereitungen von Ida Müller und Vegard Vinge für „Hedda Gabler“, die dann als Fortsetzung ihrer Ibsen-Saga an nur vier Abenden im Mai in Oslo zu sehen war. Das Motiv der mit Zigarette und Groschenroman elegant lümmelnden Frau geht natürlich auf eines der bekanntesten Plakate der Filmgeschichte zurück, nämlich jenes für Quentin Tarantinos „Pulp Fiction“ aus dem Jahr 1994. Nachfolgend immer wieder auf DVD-Covern und Soundtrack-CDs verwendet, wurde es ikonisch und die darauf gezeigte Uma-Thurman-Figur gleichsam zu Tarantinos „Mona Lisa“. Vinges Neuinterpretationen aus dem kulturellen Gedächtnis sind Verwirbelungsmaschinen – deshalb bitte gleich noch einmal zurückblättern!
Und hier wieder ankommen: Denn in dem aus der Juni-Ausgabe fortgesetzten Schwerpunkt „Digitalität und Theater“ (ab S. 44) werden zwei Uraufführungen neuer Technologien präsentiert. Zum einen die für NICO AND THE NAVIGATORS entwickelte Brille, die einen realen Performance- Raum mit bewegten Virtual-Figuren zu einem Gesamtraum-Erlebnis verbindet – möglicherweise ein Blick in die Zukunft des Bühnenbilds. Oliver Proske erläuterte...

















