Zehn Vorsätze für die Zukunft
Zehn Vorsätze für die Zukunft
von Luise Voigt
Erschienen in: D’haus. Düsseldorfer Schauspielhaus 2016–2026 – Schauspiel – Junges Schauspiel – Stadt:Kollektiv (05/2026)
— Ich möchte nicht weitermachen wie bisher. Ich habe das drängende Bedürfnis, neue Pfade einzuschlagen. Zum einen suche ich nach Texten, die uns helfen können, zu verstehen, an was für einem Punkt wir uns befinden. Die zum Beispiel in Schwellenzeiten entstanden sind, an historischen Kipppunkten oder in Phasen großer Wirrnis. Zum anderen suche ich nach dem richtigen Gestus, dem richtigen Ton, einer neuen Form, die uns einander neu zuhören und begegnen lässt.
— Ich möchte mir trotz eines rasenden Theaterbetriebs die Zeit nehmen, die es braucht, um zu einer, wie mir scheint, jetzt umso notwendigeren Tiefe zu gelangen. Zeit zum Lesen, Forschen, Zuhören, Experimentieren, Kooperieren, zum Unsere-Kräfte-Ballen. Um das tun zu können, müssen wir uns die Zumutungen dieses Hochleistungsbetriebs, der uns manchmal regelrecht in die Oberflächlichkeit zwingt, so weit wie nur möglich vom Leib halten.
— Ich möchte mich reduzieren. Wie alle Akteur:innen einer Gesellschaft sind natürlich auch Künstler:innen nicht davor gefeit, unbewusst zu bedienen, was vermeintlich erwartet wird. Zum Beispiel setzt das Theater seine technischen Mittel immer überwältigender ein. Als wolle es mit Insta mithalten oder so. Es kommt natürlich ganz auf die jeweilige Arbeit an, es kann durchaus inhaltlich begründet sein, die Mittel aufzufahren, aber das möchte ich...


















