Theater der Zeit

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Ausstellung

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Das eigentliche Spektakel

Ein Besuch im neu eröffneten Figurentheatermuseum KOLK 17 in Lübeck

Nach mehr als sieben Jahren Generalsanierung und Neukonzeption eröffnete im Juni 2025 das neue Figurentheater & Museum KOLK 17 in Lübeck. Eigentümerin des Kolk-Ensembles und alleinige Gesellschafterin der gemeinnützigen GmbH KOLK 17 Figurentheater & Museum ist die Lübecker Possehl-Stiftung. Im Zuge der Neustrukturierung tauschten Museum und Theater ihre Gebäude und wurden unter dem Namen KOLK 17 baulich wie organisatorisch zusammengeführt. Die mittelalterlichen Kaufmannshäuser wurden restauriert; in Kolk 14–18 nahm das Theater im März 2025 seinen Spielbetrieb wieder auf, während in Kolk 20/22 ein moderner Museumsbau entstand, der im Juni seine Türen öffnete.

von Alexander Rudolfi

Erschienen in: double 52: Superheld, Spaßmacher, Systemsprenger – Kasper und Co. in schwierigen Zeiten (11/2025)

Assoziationen: Schleswig-Holstein Puppen-, Figuren- & Objekttheater

Außenansicht KOLK 17 – Figurentheater & Museum
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Außenansicht KOLK 17 – Figurentheater & MuseumFoto: © KOLK 17

The purpose of myth is to provide a logical model capable of overcoming a contradiction. Claude Lévi-Strauss

Die Fäden der Marionette sind noch verheddert. Am Vorabend meines Besuches war große Lübecker Theaternacht; manche der spielbaren Figuren sind noch ein wenig mitgenommen. „Die werden morgen entwirrt“, sagt eine freundliche Angestellte. Es riecht noch nach Neubau.

Die Ausstellung beginnt im Erdgeschoss mit einem historischen Bühnenbild der traditionsreichen Puppenspielerfamilie Winter. Die verschiedenen Schichten der Bühne sind erkennbar; die Szenenwechsel lassen sich nicht nur erahnen, sondern werden auf einem Bildschirm mit Videoaufnahmen der Originalaufführungen begleitet. Es wird deutlich: Dieses Museum will nicht nur ein Archiv sein, sondern auch Aufführungspraxis erfahrbar machen – und reflektiert zugleich die Kontexte, aus denen die Sammlung hervorgegangen ist.

Ver-Sammlung

Entlang einer Einführung zu offenen Aufführungsformaten und bespielbaren Elementen entdecke ich weiter hinten, in einem Korridor, eine dicht behängte Wand. Postkarten, Figuren, Requisiten sind daran befestigt; der Bildschirm davor bietet Einblicke in einen Objektkatalog. Unter dem Titel „VerSammlung“ greift das Haus hier eine Idee des Vorgängermuseums auf: eine wechselnde Auswahl aus dem etwa 20.000 Objekte umfassenden Bestand, den Fritz Fey jun. mit seiner Frau Saraswathi ab den 1970er Jahren auf Reisen und Flohmärkten, in Europa, China und Afrika zusammengetragen hat....

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