Die dritte Sache
Zu kleinen, wendigen Truppen
von Kevin Rittberger und Teresa Kovacs
Erschienen in: Der Messingkauf im Curazän – Eine Ästhetik der Verschränkung (02/2026)
Assoziationen: Theater Basel

In den letzten Jahren haben sich einige vom Betrieb beschädigte Theatermacher:innen zu Wort gemeldet. Es wurden Vorschläge zur Schadensbegrenzung gemacht. Beschädigende Theaterpraktiken sollten eingedämmt oder beseitigt werden. Ideen zur Regeneration des Theaters wurden an vielen Orten gesponnen. Um das Theater unter antihierarchischen Vorzeichen neu zu gründen, wurde vorgeschlagen, sie fortan als „Commons“ zu begreifen. Keywords waren außerdem: Kollektiv-Intendanz, selbstorganisiertes Theater, Einheitslohn.
Meistens folgt der Vorschlag, das Theater zum Commons oder selbstorganisierten Theater umzubauen, der Problematisierung eines hierarchischen Theaterapparats, der sich fortwährend anfällig für Machtmissbrauch erweist und dem Einhalt zu bieten verschiedenste Aktivist:innen aka Stakeholder antreten. Ein paar gut dokumentierte Fälle des Machtmissbrauchs an Theatern, von Rassismus und Sexismus, von Ausbeutung, Burn-out und Depression liegen vor – während andere nie das Tageslicht erblicken werden – und haben großen Ärger ausgelöst, einige Initiativen auf den Plan gerufen und zumindest stellenweise ein Umdenken initiiert. Die Bandbreite der Vorschläge, bestehende Missstände zu bekämpfen, ist groß. Es gibt mindestens zwei Lager, die wie folgt charakterisiert werden könnten: Für die einen gilt es, Theater als Versammlungsorte im Sinne von Henry Lefebvres „Recht auf Stadt“ zu begreifen. Für die anderen sind die Strukturen reformierbar: Das Theater sei bereits eine Art Commons, nur sollten die Partizipationsmöglichkeiten der gesamten...



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