Das Wichtigste vom Tag
Freitag, 29. Mai 2026
Förderverein Staatsschauspiel Dresden stimmt für Umbenennung des Erich-Ponto-Preises ++ Rheinisches Landestheater Neuss im Qualitätsprogramm „Access Maker“ ++ Bühnen- und Kostümbildnerin Monika Frenz gestorben
Assoziationen: Rheinisches Landestheater Neuss Staatstheater Regensburg Staatsschauspiel Dresden

Dresden: Förderverein Staatsschauspiel stimmt für Umbenennung des Erich-Ponto-Preises
Der Förderverein des Staatsschauspiels Dresden hat beschlossen, seinen Nachwuchspreis nicht mehr nach dem Schauspieler Erich Ponto zu benennen. Die Mitgliederversammlung stimmte dem Vorschlag des Vorstands am 27. Mai 2026 mit großer Mehrheit zu. Der Preis soll künftig als „Nachwuchspreis des Fördervereins Staatsschauspiel Dresden e. V.“ vergeben werden, die endgültige Namensgebung ist noch offen.
Vorausgegangen waren umfangreiche Recherchen des Historischen Archivs der Sächsischen Staatstheater sowie das Symposium „Der Fall Erich Ponto“ am 20. März 2026. Pontos Werdegang zeige eher Züge einer Anpassungsbiografie als einer aktiven ideologischen Beteiligung, doch seine Mitwirkung an Propagandafilmen des NS-Regimes sei unbestritten. Besonders seine Darstellung des Mayer Amschel Rothschild im Propagandafilm „Die Rothschilds“ weise deutliche Züge antisemitischer Stereotypisierung auf. Für den Förderverein stellte sich die Frage, ob jungen Preisträger*innen die fortwährende Debatte um die Rolle Pontos zugemutet werden könne.
Die Theaterleitung des Staatsschauspiels Dresden hat darüber hinaus entschieden, Ponto mit entsprechender Kontextualisierung weiter als Ehrenmitglied des Hauses zu führen. Intendant Joachim Klement verwies darauf, dass Ponto weder Mitglied der NSDAP noch einer ihrer Vorfeldorganisationen gewesen sei, und dass es wertschätzende Zeugnisse von Zeitgenossen gebe, unter anderem von Verfolgten des NS-Staates. Der Nachwuchspreis wird in der Spielzeit 2026/2027 zum 16. Mal vergeben.
Neuss: Rheinisches Landestheater im Qualitätsprogramm „Access Maker“
Das Rheinische Landestheater Neuss ist in das Qualitätsprogramm „Access Maker – Innovationshub“ der Organisation un-label aufgenommen worden. In den kommenden Monaten will das Haus gemeinsam mit un-label an der Weiterentwicklung von Zugänglichkeit, Diversität und inklusiver Kulturpraxis arbeiten. Das Programm begleitet Kulturinstitutionen dabei, Barrieren nachhaltig abzubauen und Teilhabe strukturell, organisatorisch und künstlerisch stärker zu verankern, und gilt bundesweit als Impulsgeber für inklusive Transformationsprozesse im Kulturbereich.
Im Rahmen des Programms werden Mitarbeitende aus allen Bereichen des Hauses in Weiterbildungs- und Austauschformate eingebunden, von Barrierefreiheit und inklusiver Kommunikation bis hin zu strukturellen und künstlerischen Fragestellungen. Der Prozess wird von der Leitungsebene um Intendantin Marie Johannsen und Verwaltungsdirektor David Michalski aktiv begleitet.
Regensburg: Bühnen- und Kostümbildnerin Monika Frenz gestorben
Die Bühnen- und Kostümbildnerin Monika Frenz ist am Pfingstmontag, dem 25. Mai, in Düsseldorf verstorben, wie das Theater Regensburg mitteilte. Die 1962 in Bochum Geborene schloss 1990 ihr Bühnen- und Kostümbildstudium als Meisterschülerin von Prof. Karl Kneidl an der Kunstakademie Düsseldorf ab. Zweimal arbeitete sie als Ausstattungsleiterin: von 1993 bis 1996 an der Württembergischen Landesbühne Esslingen und von 2015 bis 2018 am Theater Regensburg.
Als freie Bühnen- und Kostümbildnerin war Frenz unter anderem an den Staatstheatern Braunschweig, Darmstadt, Karlsruhe, Kassel, Meiningen, Saarbrücken, Stuttgart und Wiesbaden tätig, am Schauspiel Köln, den Wuppertaler Bühnen und dem Düsseldorfer Schauspielhaus sowie an den Theatern in Freiburg, Hof, Ingolstadt, Lübeck, Krefeld und Mönchengladbach, Heidelberg und Dortmund. Sie konzipierte Bühnenbilder und Kostüme für nahezu 150 Produktionen.
Abonnieren Sie „Das Wichtigste vom Tag“ als Podcast.
Redaktionsschluss: 15:30 Uhr
Erschienen am 29.5.2026


%20_Liebig%20(26).jpg&w=3840&q=75)















