März 2022 im Kleinen Haus in Düsseldorf
Es war eine folgenreiche Begegnung auf den Brettern der Bühne des Kleinen Hauses in Düsseldorf, als Stefan Fischer-Fels im Anschluss an eine ukrainische Konzertlesung auf mich zukam, um »einmal zu reden«. Initiatorin dieses matchmaking war die ehemalige Generalkonsulin der Ukraine in Düsseldorf Iryna Shum, die kurz nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine in Düsseldorf und NRW einen nachhaltigen Fußabdruck hinterließ und der Überzeugung war, eine Kooperation des Jungen Schauspiels mit dem Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Düsseldorf-Czernowitz e. V. könne etwas bewegen. Wie sie auf die Idee kam? Meine Mitstreiter und ich waren schon damals seit Jahren in der Ukraine aktiv, wir hatten uns ausführlich mit den Wurzeln vieler jüdischer Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, besonders in der Bukowina, beschäftigt, die dort und in Transnistrien im Holocaust gelitten hatten. Unser jahrelanges Engagement war 2022 mit der Städtepartnerschaft zwischen Düsseldorf und Czernowitz belohnt worden.
Czernowitz – einst Hauptstadt der Bukowina, Schmelztiegel der Kulturen und Sprachen, Freiraum für Zehntausende Jüdinnen und Juden, die hier ab 1871 unter der k. u. k.-Toleranz Österreich-Ungarns ihr Glück machen konnten, das »Jerusalem am Pruth« – wird bis heute oftmals als »Stadt der toten Dichter« bezeichnet. Rose Ausländer, Selma Meerbaum und...