Gralf-Edzard Habbens Räume hatten etwas Magisches. Ihre Kraft kam aus der Reduktion, aus dem Minimalismus, und wenn man so will, aus einer Kunstrichtung wie der Arte povera. Diese Bilder waren zeichenhaft, sie beschränkten sich nicht selten auf zwei oder drei prägende Elemente. In Peter Handkes „Immer noch Sturm“, einer der schönsten Arbeiten Roberto Ciullis des letzten Jahrzehnts, waren dies ein freistehendes offenes Fenster (durch das der Sturm pfiff) und davor ein Bett. Später regnete es Äpfel und ein paar Totenschädel ins Bild.
Die Motive, die in Habbens Räumen wiederkehrten und in ein präzise gesetztes Licht getaucht waren, hatten eine unmittelbare Aussagekraft, ohne dass man ihre offensichtliche Symbolik eindeutig und plan den Sujets der Stücke, in denen sie erschienen, hätte zuordnen können: Eisenbahngleise, Uhren, Betten, Leitern, Schädel und Knochen, Ölfässer … Keine Frage, dieser Szenograf hätte auch einem Filmkünstler wie Andrei Tarkowski dienen können.
Als Habben am 3. Mai 2018 im Alter von nicht ganz 84 Jahren starb – er war seit Längerem krank gewesen und hatte mehrere Operationen hinter sich –, war jedem klar, dass das Theater an der Ruhr ohne ihn nicht mehr das gleiche sein würde. Seine Bühnenbilder gehörten jahrzehntelang zu dessen Markenkern. Der Mailänder Roberto Ciulli und...