Der Moder ist allgegenwärtig. Die Villa, die Tesman auf Wunsch seiner Frau Hedda gekauft hat, ist eine bürgerliche Wohngruft (Bühne Stéphane Laimé), die ausschließlich gedeckte Farben zwischen Grünbraun und Braungrün kultiviert. Man leistet sich allen Komfort, den man sich eigentlich nicht leisten kann, nur Heddas Rennpferd muss noch warten. Wenigstens so lange, bis Tesman endlich seine Professur bekommen hat. Er kann sie brauchen, zumal nach der kostspieligen und das Ehepaar wenig anhebenden Hochzeitsreise. Allerdings, er selbst benötigt wenig mehr zum Leben als seine Bücher, anhand derer er wiederum sein neuestes eigenes zu schreiben unternimmt – Thema: Die Heimarbeit in Brabant im Mittelalter. Für solche eher speziellen Themen braucht man spezielle Lebensbegleiter. Hedda, so sehen wir auf den ersten Blick, ist das schon mal nicht. Ihre einzige Erklärung für diese Ehe, die keinerlei Gemeinschaft kennt: „Ich hatte mich müde getanzt.“ Hedda ist eben auf egozentrische Weise anders. Bei Jan Bosse auf moderne Weise unzufrieden, sehr oberflächlich, ein effektbewusstes Monster, das aus Langeweile zu allem fähig scheint – eine Zeitbombe aus lauter Hysterie, aber keineswegs nur der eigenen, sondern der eines zu Ende gehenden Zeitalters. Ist Hedda eine Krankheit, die alles verdirbt, was sie berührt?
Jan Bosse scheint mit seiner Inszenierung dort...