Eine Performance von Milli Bitterli in einem Klassenzimmer des Schottengymnasiums Wien, das auch Baron Ignaz Leo Ephrussi 1917 – 1924 besucht hat
»Tradition und Verpflichtung. Guten Morgen. Bitte setzen. Lassen Sie uns sehen wer heute da ist. Haben sich schon alle in die Anwesenheitsliste eingetragen? Na, jetzt ist es leider zu spät. Welche Gruppe seid ihr denn? Wo sind wir das letzte Mal stehen geblieben? Bitte, hör auf mit dem Hasen zu spielen! ...«
Ich stehe und staune. Ein elementarer Satz. Ein Moment, etwas das einem widerfährt, ein Bruch, der einen vielleicht zur Einsicht bringt, oft kein angenehmer Moment, eine Unterbrechung. Der Titel der Performance ist in Anlehnung an einen Satz von Christoph Schlingensief:
Ich staune, als hätte ich Sonne und Wolken noch nie gesehen. Ein Satz, der mir vor Augen führt, wie wichtig es ist genau zu schauen, um sich zu schauen. Ein Satz, der, wenn man seinen Ursprung nicht kennt, vielleicht an ein kindliches Gemüt denken lässt, das die Umgebung auf eigenartige Weise direkt mit Spannung erlebt. Ein Satz aber, der das Potenzial des Berührt-Werdens in sich trägt, weil das Staunen wichtiger ist, als Antworten zu geben.
Ein Moment, der nicht mit Gleichgültigkeit neutralisiert wird und man deshalb...