Kurzprofile der Theater
von Maria Nesemann
Erschienen in: Digitale Reihe: Demokratisches Theater – Teilhabe am öffentlich geförderten Theater in Deutschland, England und Frankreich (08/2026)
Assoziationen: Europa Theater Chemnitz TfN • Theater für Niedersachsen Maxim Gorki Theater
Originaltitel in der Printausgabe: 5.2 Kurzprofile der Theater
Einen ersten Überblick über die Gesamtausrichtung der untersuchten Theater geben die folgenden Kurzprofile. Im Vordergrund stehen hierbei die Fragen: In welchen (geografischen) Kontext ist das Theater eingebettet? Welche Gesamtmission vermittelt das Theater durch ein veröffentlichtes Mission Statement, einen Slogan, ein Vorwort der Intendanz im Spielzeitheft oder Ähnliches? Welche Schwerpunkte im Programm sind sichtbar? Gibt es Maßnahmen für Zugänglichkeit, die ins Auge fallen?
5.2.1 Maxim Gorki Theater
Das Maxim Gorki Theater ist das kleinste der vom Land Berlin getragenen fünf Staatstheater. Das Theater verfügt über die Spielstätte Bühne und das Studio mit insgesamt 532 Plätzen.1 Das Theater wurde 1952 als Stadttheater der Gegenwart der DDR in Ost-Berlin gegründet und ist seitdem in der Singakademie zu Berlin in Berlin-Mitte beheimatet. Mit Beginn der Intendanz von Shermin Langhoff und Jens Hillje zur Spielzeit 2013/2014 bezeichnet sich das Haus als GOЯKI und versteht sich seither als erstes postmigrantisches Stadttheater in Deutschland. Das Land Berlin förderte das Theater in der Spielzeit 2022/2023 mit 18,20 Millionen Euro. Darüber hinaus bezuschusste der Bund das Theater mit zusätzlichen 0,47 Millionen Euro für nicht näher benannte Sonderprojekte.2
Unter der Intendanz von Shermin Langhoff und vormals Jens Hillje liegt der Schwerpunkt der Theaterarbeit auf der Repräsentation postmigrantischer Perspektiven, der sich unter anderem im Ensemble und dem Programm widerspiegelt: Das Programm orientiert sich kaum am vornehmlich weiß und heterosexuell geprägten Kanon, sondern enthält hauptsächlich Stückentwicklungen, oft mit eigenen biografischen Bezügen von Darsteller:innen mit postmigrantischen und queeren Perspektiven. Das Ensemble und die Theaterbelegschaft haben diverse kulturelle Bezüge. Das Gorki-Programm verhandelt vor allem gesellschaftliche und politische Konflikte, setzt sich mit den Themen Grenzen, Flucht und Migration auseinander und repräsentiert bislang marginalisierte Themen und Bevölkerungsgruppen. Die erzählten Geschichten beziehen sich meist auf gegenwärtige Verhältnisse, beschränken sich dabei aber nicht auf Deutschland, sondern greifen Geschehnisse in anderen Ländern auf. Es ist aber immer wieder ein Bezug zur Stadt Berlin gegeben. Damit wird deutlich: Will man Geschichten aus Berlin erzählen, gehören dazu auch die von Berliner:innen mit Migrationserfahrung, deren Geschichten aus anderen Ländern sich mit Berliner Geschichten verflechten. Die klassische Spartenunterteilung wird im Maxim Gorki Theater aufgelöst. Das reguläre Programm (Sprechtheater, wiederholbare Inszenierungen) wird vor allem im Studio Я mit Sonderformaten durchmischt (Performances, Konzerten, Filmvorführungen etc.). Dort werden künstlerische, oft die klassischen Sparten überschreitende Formate zu marginalisierten Themen angeboten. Im Gorki Forum finden Gesprächsformate zu politischen und gesellschaftlichen Themen statt, unter Gorki X werden partizipative und vermittelnde Formate gefasst. Alle Aufführungen haben englische Übertitel. Ansonsten gibt es vergleichsweise wenige Maßnahmen für Zugänglichkeit und Barrierefreiheit. Langhoff schreibt auf der Theaterwebsite über das Profil ihres Hauses:
Wir laden ein in einen öffentlichen Raum, durch die Kunst des Theatermachens und Theaterschauens die condition humaine des heutigen Menschen und seine Identitätskonflikte zu reflektieren, um zu einer sorgfältigen und geduldigen Debatte über unser Zusammenleben in der heutigen Vielfalt beizutragen.3
Hier wird deutlich: Das Theaterangebot richtet sich vor allem an ein (vermutlich gebildetes) Publikum, das sich mit Fragen nach Identität und gesellschaftlichem Zusammenhalt auseinandersetzt. Für die Ausrichtung des Hauses mit konkretem Profil finden sich in Berlin (35 % der Bevölkerung mit Migrationsgeschichte, viele jüngere, hochgebildete Menschen) auch die entsprechenden Zielgruppen. In einer Metropole wie Berlin (3,68 Millionen Einwohner:innen) mit mehreren öffentlich getragenen Theatern ist ein Profiltheater wie das Maxim Gorki Theater damit leichter umzusetzen als in kleineren Städten mit weniger Theaterangebot.4
5.2.2 Städtische Theater Chemnitz
Die Städtischen Theater Chemnitz sind das einzige öffentlich getragene Theater ihrer Stadt. Das Fünfspartentheater vereint die Sparten Oper, Ballett, Philharmonie, Schauspiel und Figurentheater. Es gibt fünf bespielte Spielstätten: das Opernhaus, die Stadthalle, das Kulturhaus Arthur, den Spinnbau und die Kleine Form im Spinnbau und die Open-Air-Bühne Küchwaldbühne. Insgesamt verfügt das Theater über 2385 Sitzplätze. Das Schauspielhaus wird seit 2021 saniert. Die Platzkapazitäten dort eingerechnet bietet das Theater sogar über 4000 Sitzplätze.5 In der Spielzeit 2022/2023 erhielt das Theater 0,50 Millionen Euro vom Bund, 1,92 Millionen Euro vom Land und 32,44 Millionen Euro von der Stadt. Chemnitz wurde zur Kulturhauptstadt Europas 2025 ernannt und erhält für dieses Projekt 50 Millionen Euro von Bund und Land.6 Das Opernhaus (damals unter dem Namen Neues Stadttheater) wurde 1909 eröffnet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und kurz danach wieder aufgebaut.7 Nach der Wende wanderten viele – vor allem junge – Menschen ab (zwischen 1992 und 2005 mehr als 60 000).8 Chemnitz hatte bei Eröffnung des Opernhauses 1909 über 300 000 Einwohner:innen, heute sind es 248 000 Einwohner:innen.9 Der Altersdurchschnitt der Bevölkerung liegt bei etwa 47 Jahren und ist damit vergleichsweise hoch.10
Die Theater Chemnitz haben kein klar erkennbares Mission Statement im Spielzeitheft oder auf der Website veröffentlicht. Im Vorwort des Spielzeithefts wird deutlich: „Die Erzählung der Kunst“ steht im Vordergrund. Trotz oder gerade wegen gesellschaftlich einschneidender Ereignisse wie der Pandemie und dem Ukraine-Krieg gebe die Kunst Hoffnung, so der Intendant. Dieser verweist auf die Beteiligung des Theaters an der Europäischen Kulturhauptstadt 2025, wo Chemnitz zum Gastgeber für „Menschen aus Deutschland, aus Europa und der ganzen Welt“ werde. Die Theater Chemnitz haben beeindruckende 76 Inszenierungen im Repertoire (32 Neuinszenierungen und 44 Wiederaufnahmen). Alle Sparten haben Stücke, die sich (auch) an ein Kinder- und Jugendpublikum richten. Verschiedene Aspekte weisen darauf hin, dass sich das Theater mit seinem Angebot vorrangig an ein bereits bestehendes, mit Theater und seinen Codes vertrautes Publikum wendet: Das Vorwort im Spielzeitheft richtet sich vornehmlich an ein bereits bestehendes Publikum („Herzlich Willkommen in Ihrem Theater“). Die Stückbeschreibungen sind mit Fachbegriffen gespickt und damit vor allem einem bereits initiierten Publikum zugänglich. Es gibt eine große Anzahl an Abonnement-Möglichkeiten, die deutlich macht, dass das Abo-Publikum für das Theater (immer noch) eine wichtige Rolle spielt. Etwa die Hälfte der gezeigten Sprechtheater-Inszenierungen sind auf der Grundlage bekannter (west-)europäischer Theatertexte entstanden und bieten damit Wiedererkennungswert für mit dem „Kanon“ vertraute Personen. In den anderen Sparten scheint es zum Teil eine stärkere Lösung vom klassischen Kanon zu geben: In der Tradition ostdeutscher Theater gibt es eine Figurentheatersparte, die sowohl Stücke für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene zeigt. Inszenierungsgrundlage sind hier sowohl Märchen, Kinderbücher als auch Theaterklassiker und eine Stückentwicklung mit Stadtbezug. Die Musiktheatersparte hat neben bekannten Opern und Operetten auch mehrere Musicals im Programm. In der Ballettsparte werden ebenso viele klassische Ballette wie zeitgenössische Tanzstücke aufgeführt. Neben dem (relativ klassischen, in Sparten unterteilten) Programm zeigt das Theater aber auch Bestrebungen, sich hin zur Stadt und neuen Besucher:innen zu öffnen: Dazu gehören partizipative Formate, Outreachformate und die Festivals Tanz Moderne Tanz und Nonstop Europa!. Beide Festivals zeichnen sich durch Internationalität und ein vielfältiges Rahmenprogramm aus. Das Vermittlungsangebot des Theaters besteht aus relativ klassischen, affirmativen Formaten für Erwachsene (Einführungen, Matineen, …) und partizipativen Workshops und Spielclubs für Kinder und Jugendliche. In Anbetracht der Größe der Theaterorganisation gibt es vergleichsweise wenig Stellen für Vermittlung (insgesamt drei für alle Sparten). Diese sind jeweils der Dramaturgie zugeordnet. Mit den Städtischen Theatern Chemnitz lässt sich damit ein relativ klassisches Bild eines deutschen Stadttheaters zeichnen: Mehrspartenhaus mit festem Stammpublikum, aber auch zunehmenden Bemühungen, durch ein diversifiziertes Programm und Vermittlungsangebot neue Besucher:innen zu erreichen.
5.2.3 Theater für Niedersachsen
Das TfN besteht erst seit 2007: Es entstand aus einer Fusion des Hildesheimer Stadttheaters mit der Landesbühne Hannover und hat seither eine Doppelfunktion als Hildesheimer Stadttheater und Landestheater. Das bedeutet, dass es nicht nur in seinen Spielstätten in der Hildesheimer Innenstadt Aufführungen zeigt, sondern auch in ca. sechzig Städten und Gemeinden in Niedersachsen und den angrenzenden Bundesländern. In Hildesheim selbst verfügt das Theater über drei Spielstätten: das Große Haus (540 Plätze), die Studiobühne thim (150 Plätze) und das Foyer (ca. 120 Plätze). Das TfN erhält 2022/2023 vom Land 8,16 Millionen Euro Förderung, von der Stadt 3,89 Millionen Euro und vom Landkreis 4,07 Millionen Euro.11
Das Theater ist, ebenso wie das Theater in Chemnitz, ein Fünfspartenhaus: Neben der Schauspielsparte gibt es die Sparten Konzert, Oper, Junges Theater und Musical. Mit der Fusion 2007 wurde die Ballettsparte geschlossen und die Musicalsparte (als Alleinstellungsmerkmal in der öffentlich geförderten deutschen Theaterlandschaft) eingeführt.12 Seit der Spielzeit 2020/2021 gibt es außerdem zeitgenössischen Tanz im Programm. Das Programm der Sparten ist relativ divers und legt nahe, dass das Theater versucht, unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Es ist in die Kategorien Großes Theater, Familientheater, Unterhaltung, Rarität, Moderne, Tanz, Konzert und Junges Theater unterteilt und ermöglicht damit auch Personen, die sonst wenig Berührungspunkte mit Theater haben, eine schnelle Orientierung. Die Sparten verbindet eine Trilogie-Produktion pro Spielzeit, bei der in drei Sparten mit derselben Stoffgrundlage und demselben Bühnenbild gearbeitet wird. Die verwendete Sprache in der Kommunikation ist niedrigschwellig. Bezüglich einer Inklusion von Menschen mit Behinderungen hat das Theater im Vergleich zu den anderen deutschen Theatern ein vielfältiges Angebot: Einzelne Vorstellungen werden in Gebärdensprache übersetzt, Teile der Website, Führungen, ein Spielclub und teilweise Übertitelungen werden in einfacher Sprache angeboten. In Kooperation mit den Maltesern gibt es einen Abholservice/Shuttle für Menschen mit Beeinträchtigung und Mobilitätseinschränkungen. Die Aktivitäten zum Barriereabbau lassen sich u. a. durch die Stelle einer Agentin für Inklusion umsetzen. Auch im Vermittlungsbereich ist das Theater breit aufgestellt: Das TfN bietet beispielsweise elf regelmäßig (meist wöchentlich) stattfindende Spielclubs/Chöre an. Diese beeindruckende Zahl lässt sich dadurch erklären, dass viele der Angebote in Kooperation mit der Volkshochschule oder dem Theaterpädagogischen Zentrum stattfinden und von den Kooperationspartnern geleitet werden (das Theater selbst hat nur drei Stellen im Bereich Junges Theater und Vermittlung). Die Angebote sind teilweise zielgruppenoffen (Theater Alt und Jung von zwanzig Jahren bis ins hohe Alter), teilweise wird gezielt eine bestimmte Zielgruppe (mit) angesprochen (Theater in Leichter Sprache für Erwachsene mit und ohne Beeinträchtigung). Sie finden keinen Eingang in das reguläre Abendspielprogramm. Als „Hildesheimer Modell“ werden die Kooperationen mit anderen Bildungs- und Kultureinrichtungen der Stadt bezeichnet, die geprägt sind durch die Hildesheimer Kulturstudiengänge. Im Kinder- und Jugendtheater gibt es zahlreiche Ko-Produktionen mit freien Theatergruppen. Das TfN zeigt, besonders durch die Einführung der Musicalsparte, das Bestreben, möglichst populär zu sein und ist erfolgreich damit, durch weitere unterhaltende Formate zumindest neues Gelegenheitspublikum zu gewinnen, lebt aber auch im Wesentlichen von seinem eher älteren Stammpublikum.13 Das Theater ist mit der Herausforderung konfrontiert, als einziges öffentlich getragenes Theater der Stadt nicht nur die heterogene Stadtbevölkerung zu erreichen, sondern auch die ländlichen Räume Niedersachsens mit ihren eigenen Erwartungen an Theater abzudecken.14 Mit den Gastspielen verbunden sind ein langer Planungsvorlauf (zwei bis drei Jahre) und die Orientierung an bekannten Stoffen.
5.2.4 National Theatre
Das mit Abstand am höchsten öffentlich geförderte englische Schauspielhaus ist das NT in London. Mehr öffentliche Förderung erhalten lediglich das Royal Opera House und das Southbank Centre (interdisziplinäre Kultureinrichtung). Das NT erhält in der Förderperiode 2023 bis 2026 18,85 Millionen Euro im Jahr. London ist mit 8,79 Millionen Einwohner:innen die bevölkerungsreichste Stadt der untersuchten Theaterstädte.15 Die Theaterdichte in der Hauptstadt zeigt eine vom ACE in Auftrag gegebene Studie: 2016 stammten 47 % aller Produktionen in England aus London, 43 % aller Spielstätten befanden sich in London.16 Mit der neuen Zehn-Jahres-Strategie des ACE gibt es vermehrt Bestrebungen, Kulturorganisationen außerhalb Londons zu fördern. Das zeigt sich in der aktuellen Förderperiode des National Portfolio, bei der 15 % der Förderungen, die bisher Londoner Einrichtungen zugutekamen, anderweitig verteilt werden.17 Das NT wird weiterhin gefördert, erhält allerdings etwas weniger Geld als in der vorangegangenen Förderperiode.18 Das Theater liegt direkt an der Themse im Distrikt Bankside. Wie in Kapitel 2 bereits beschrieben, zählte im Elisabethanischen Zeitalter (16. Jahrhundert) dieser Teil der Stadt nicht zur City of London (auf der anderen Seite der Themse) und war damit von den strengen Theaterregularien der damaligen Zeit ausgenommen. So kam es, dass sich hier viele Theater ansiedeln konnten – unter anderem das weltbekannte Shakespearsche Globe, heute noch als Nachbildung nicht weit vom NT zu besichtigen. Das NT wurde in den 1960er/1970er Jahren erbaut und ist durch seine markante brutalistische Architektur von Weitem sichtbar. Es verfügt über drei Spielstätten: das Lyttelton Theatre (klassisches Proszenium-Theater, 890 Sitzplätze), das Olivier Theatre (gebaut nach dem Vorbild eines griechischen Amphitheaters, 1200 Sitzplätze) und das Dorfman Theatre (flexibles Sitzsystem mit 450 Sitzplätzen).
Die Angebote des Theaters beschränken sich nicht auf London: Neben dem Programmangebot vor Ort gibt es das NT-Live-Programm (Inszenierungen des Theaters, die weltweit in Kinos gezeigt werden) und – seit der Pandemie – NT at home (eine Streaming-Plattform, auf der man Inszenierungen des Theaters vom eigenen Endgerät aus anschauen kann). Die Texte zum Theaterprogramm und die im Programm verhandelten Stoffe sind relativ zugänglich, unterhaltsam und anschlussfähig. Es gibt diverse Maßnahmen, die körperliche und psychische Barrieren mitdenken und Angebote machen, diese abzubauen (von Smart Caption Glasses bis zu Dementia friendly performances). Das Theater verfügt über ein New Work Department, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, neue Theatertexte zu sichten und zur Inszenierung zu bringen sowie Theaterschaffende in ihrer Arbeit zu unterstützen. Das Theater wird so zur „Talentschmiede“ für die englische Theaterszene und die cultural industries (der fluide Wechsel zwischen beispielsweise Filmindustrie und Arbeit am Theater wird im Folgenden thematisiert). Die „nationwide learning programmes“ bilden sich in Form vielfältiger Kooperationen mit anderen Theatern landesweit und einer Vielzahl von abrufbaren Online-Ressourcen ab – das Theater ist hier dezidiert nicht auf London fokussiert, sondern scheint seine Aufgabe in der Schaffung eines Angebots für (insbesondere Schulgruppen in) ganz England zu sehen.
5.2.5 Contact Theatre
Das Contact Theatre, registriert unter dem Namen Manchester Young People’s Theatre Ltd, legt – wie der offizielle ursprüngliche Name es bereits zeigt – einen Schwerpunkt auf die Arbeit von und mit jungen Menschen. Das Theater ist eine NPO und erhält in der Förderperiode 2023 bis 2026 1,09 Millionen Euro im Jahr vom ACE. Contact feierte 2022 sein 50-jähriges Jubiläum. Es befindet sich im Universitätsviertel von Manchester City, der größten Stadt im Nordwesten Englands (ca. 579 000 Einwohner:innen).19 Das Theatergebäude mit den auffälligen Schornsteinen (ein natürliches Belüftungssystem) war 2017 bis 2021 wegen Umbau- und Renovierungsarbeiten geschlossen. In dieser Zeit wurde an unterschiedlichen Orten in der Stadt Programm angeboten. Es verfügt (seit seiner Wiedereröffnung) über eine Spielstätte mit klassischer Guckkastenbühne, die 300 Personen fasst und zwei kleinere, flexibel nutzbare Räume (ohne Bühne) für ca. siebzig Personen. Außerdem gibt es mehrere Räume für Workshops, Meetings, (Tanz-)Proben und Musikproduktion.
Das Theater setzt als Schwerpunkte die Repräsentation von und Mitgestaltung durch junge Menschen im Kulturbetrieb (insbesondere von unterrepräsentierten Gruppen wie queeren Menschen und People of Colour) und die Förderung künstlerischer Fähigkeiten und Kompetenzen im Kulturbetrieb. Beides spiegelt sich im Programm und der organisationalen Struktur des Theaters wider. Es gibt eine große Anzahl an Workshop- und Fortbildungsangeboten (beispielsweise die Drop Ins, bei denen junge Menschen regelmäßig an Musik-, Theater- und Schreibangeboten teilnehmen können) und das Bestreben, junge Menschen in Entscheidungsprozesse einzubinden (beispielsweise durch das Re:CON und I:CON-Programm, das jungen Menschen über ein Jahr Einblick und Mitgestaltungsmöglichkeiten in der Programmgestaltung und Kommunikation des Theaters verschafft). Generell ist die Belegschaft sehr jung. Im Programm zeigt sich, dass sich der Ort als multidisziplinär versteht und vor allem junges Publikum anspricht: Nur wenige Veranstaltungen sind in den Programmankündigungen als Theaterstück gelabelt – meist werden die Veranstaltungen als „Shows“ deklariert. Es gibt viele Comedy- und Spoken-Word-Veranstaltungen, Partys und kulinarische Angebote.
5.2.6 Pentabus Theatre
Das Pentabus Theatre ist in der Nähe von Ludlow (ca. 10 000 Einwohner:innen) in den englischen Midlands verortet.20 Das Theater ist in einem alten Schulgebäude untergebracht und feiert dort seine Premieren, tourt dann aber durch ganz England – vor allem in ländlichen Räumen. Das Theater unterscheidet sich damit von den anderen untersuchten englischen Theatern darin, dass es kein receiving house ist, also Produktionen von Theatergruppen einlädt, sondern mit eigenen Künstler:innen und Gästen Stücke entwickelt und damit tourt. Trotzdem hat das Theater nicht nur die Produktion eigener Stücke zum Ziel, sondern setzt sich auch mit anderen Künstler:innen und Publika auseinander (beispielsweise durch sein Residenzprogramm und unterschiedliche Vermittlungsangebote). Das Theater nahm seine Arbeit 1974 mit dem Bestreben auf, professionelles Theater von hoher Qualität für Publika in ländlichen Räumen zugänglich zu machen. Der Name „Pentabus“ setzt sich aus ‚Pent‘, was für die fünf Counties der West Midlands steht, und ‚Bus‘, das auf das Tourneetheater referiert, zusammen. Pentabus wird vom ACE als NPO mit aktuell 0,22 Millionen Euro im Jahr gefördert.
Auf der Website stellt sich das Theater als „the nation’s rural theatre company“ vor – „the only rural touring company that is committed to producing new work & tours to communities across the UK and beyond“. Der Fokus auf den ländlichen Raum bezieht sich zum einen auf die bespielten Orte im UK, zum anderen auf die Themen, die in den von Pentabus produzierten Stücken aufgegriffen werden: Es gehe dort um die Lebensrealitäten von Menschen in ländlichen Räumen – auch derer, die dort wenig repräsentiert sind:
Pentabus develops and presents stories about and for contemporary rural Britain. In its commitment to shine a light on the rural experience and celebrate and elevate stories from these communities it is dedicated to discovering the less heard, the less listened to.
So standen beispielsweise in vergangenen von Pentabus produzierten Bühnen-Stücken ein Protagonist mit Behinderung und eine transsexuelle Person im Vordergrund.21 Das Theater macht es sich außerdem zur Aufgabe, junge Theaterautor:innen zu fördern: Es hat ein Writer-in-Residence-Programm, das aufstrebende Theaterautor:innen fördert und ihre Texte auf die Bühne bringt, und ein Young-Writers-Programm, das Jugendlichen die Möglichkeit gibt, über ein Jahr regelmäßig an Schreibworkshops teilzunehmen und ihre Stücke für die Bühne/Film oder Hörspiel umzusetzen. Interessant ist außerdem, dass das Theater (im Gegensatz zu den meisten anderen untersuchten Theatern) auch nach Ende der Corona-Pandemie weiterhin eine Vielzahl an Online-Angeboten zur Verfügung stellt: Hörspiele und Kurzfilme sind on demand auf der Website abrufbar, außerdem gibt es neben den Local Young Writers die National Young Writers Group, die sich regelmäßig auf Zoom trifft und für die sich junge Menschen zwischen 16 und 30 Jahren in ländlichen Gegenden in England bewerben können. Damit werden für Menschen, die aufgrund ihres Wohnorts Schwierigkeiten haben, Theater live zu sehen/zu erproben, Zugänge zum Angebot des Pentabus Theatre geschaffen.
5.2.7 Odéon – Théâtre de l’Europe
Das Odéon – Théâtre de l’Europe erhält als eines der vier Nationaltheater Frankreichs direkt durch das Kulturministerium öffentliche Förderung – in der Vertragslaufzeit 2021 bis 2023 sind es 12,27 Millionen Euro jährlich.22 In der Hauptstadt Paris (Stadt: 2,1 Millionen Einwohner:innen, Metropolregion: 10,9 Millionen Einwohner:innen) befinden sich drei der vier Nationaltheater – ein weiteres gibt es in Straßburg.23 Das Theater hat eine lange Geschichte: Es befindet sich im ältesten Theatergebäude in Paris, 1782 von Marie-Antoinette eröffnet. Nach der Französischen Revolution erhielt das Theater 1796 seinen Namen Odéon. 1959 wurde es unabhängig von der Comédie Française und trägt seit 1971 den Titel Théâtre national. Seine europäische Ausrichtung zeigt sich seit 1990 im Namenszusatz Théâtre de l’Europe.24 Die barocke historische Spielstätte im sechsten Arrondissement hat 760 Sitzplätze, außerdem gibt es dort einen Salon mit achtzig Sitzplätzen und verschiedene Räume für Lesungen, Workshops und anderweitige Veranstaltungen. Die Spielstätte liegt im nach dem Theater benannten Quartier de l’Odéon in direkter Nähe zum Jardin du Luxembourg und der Sorbonne-Universität. Es gibt eine weitere Spielstätte, die Ateliers Berthier im sozial wesentlich heterogeneren 17. Arrondissement, mit zwei Bühnen (mit Sitzplatzkapazitäten von 475 und 180 Plätzen), Werkstätten und Lagern.
Das Odéon hat in seinem Vertrag mit dem Kulturministerium als Schwerpunkt die Produktion und Verbreitung von klassischem und zeitgenössischem europäischem Theater festgelegt.25 Auf der Website wird es als „weltoffenes und generationenübergreifendes Theater“ bezeichnet. Diese (relativ allgemeinen) Setzungen zeigen sich im künstlerischen Programm: Es wird Theater aus verschiedenen europäischen Ländern und darüber hinaus gezeigt. Das bedeutet auch, es werden Inszenierungen in unterschiedlichen Sprachen aufgeführt (immer mit französischer Übertitelung) und die Gruppe assoziierter Künstler:innen ist international zusammengesetzt. Das Odéon führt ausschließlich Sprechtheater, hauptsächlich zeitgenössisch, auf. Der Fokus liegt eindeutig auf der Produktion und Präsentation international renommierter und intellektuell anspruchsvoller Theaterkunst. Die Vermittlung ist entkoppelt vom künstlerischen Programm und arbeitet vor allem affirmativ und reproduktiv.
5.2.8 LE ZEF – scène nationale de Marseille
Das LE ZEF ist eine von aktuell 77 Scènes Nationales, die die Aufgabe haben, Theater und andere künstlerische Angebote an Orten zu zeigen, an denen es sonst wenig Kulturangebot gibt. Die meisten Scènes Nationales befinden sich in kleineren Städten oder abseits der Innenstädte von Großstädten, so auch das LE ZEF, das in den quartiers nord von Marseille (ca. 877 000 Einwohner:innen) situiert ist.26 Die quartiers nord zählen zu den ärmsten Vierteln in ganz Frankreich.27 Eine Spielstätte (nach dem gleichnamigen Viertel Le Merlan benannt) befindet sich im 14. Arrondissement in einem großen Gebäudekomplex, in dem ebenfalls ein Einkaufszentrum, eine Polizeistation und eine städtische Bibliothek untergebracht sind. Dort gibt es einen Theatersaal mit 390 Plätzen, einen flexibel nutzbaren kleineren Saal mit neunzig Plätzen und einen Kinosaal mit achtzig Plätzen. Das Theater besteht seit 1976. 1992 erhielt es das label Scène Nationale. Eine weitere Spielstätte (La Gare Franche) kam 2019 in einem benachbarten Viertel im 15. Arrondissement hinzu: Hierbei handelt es sich um einen Gemeinschaftsgarten, ein Haus für Residenzkünstler:innen und eine ehemalige Fabrikhalle, die vor allem für Probenprozesse genutzt wird, aber auch Aufführungen mit 150 Zuschauer:innen beherbergen kann. Bereits vor der Fusion mit dem Theater wurde das Gelände von einer Theatergruppe (Cosmos Kolej) betrieben und für Residenzkünstler:innen und Community-Projekte genutzt. Mit der Fusion des Théâtre du Merlan und der Gare Franche erhielt das Theater einen neuen Namen: LE ZEF (arabischer Begriff für ‚Wind‘). Das Theater wird von verschiedenen öffentlichen Stellen gefördert: der Stadt Marseille (51 %), der DRAC (31 %), der Région PACA (11 %) und des Départements 13 (7 %). Zusammengerechnet erhielt das Theater von diesen vier Stellen im Jahr 2023 2,71 Millionen Euro Förderung.28
Das LE ZEF hat – wie es das label Scène Nationale vorgibt – ein pluridisziplinäres Angebot: Es finden sich Zirkus, Sprechtheater, Figurentheater, Tanz, Kino und Ausstellungen im Programm. Das Theater kooperiert mit assoziierten Künstler:innen unterschiedlicher Disziplinen (darunter beispielsweise auch ein Koch), die sich über eine oder mehrere Spielzeiten mit ihren künstlerischen Arbeiten im Theater einbringen, oft auch mit Projekten, die die Bevölkerung in der direkten Umgebung miteinbinden.29 Neben der „klassischen“ reproduktiven Vermittlungsarbeit, die von einem fünfköpfigen Team der RP koordiniert wird und Kooperationen mit Schulklassen, Vereinen, Nachbarschaftszentren etc. und praktische Workshops, Vor- und Nachgespräche und Theaterführungen umfasst, gibt es unterschiedliche Projekte rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung: Es gibt Garten- und Kochkurse für Schulklassen, eine Woche in der Spielzeit, die sich dem Thema Natur und Gemeingüter widmet, und einen Gemeinschaftsgarten, der von der Nachbarschaft mitgenutzt werden kann.30 Das künstlerische und vermittelnde Programm ist (sowohl örtlich als auch personell) relativ abgekoppelt von den Projekten rund um Bildung für nachhaltige Entwicklung.
5.2.9 Comédie de Valence
Die Comédie de Valence trägt das label CDN und zählt damit zu den 38 französischen Theatern, deren Hauptaufgabe laut ihres Rahmenvertrags mit den öffentlichen Trägern darin besteht, innovatives, hochwertiges Theater in ganz Frankreich zu produzieren und zu präsentieren. Das Theater besteht seit 1997, seit 2001 ist es als CDN ausgezeichnet. Die Comédie erhält 3,77 Millionen Euro Subventionen im Jahr 2023. Den größten Teil davon (etwas weniger als die Hälfte) übernimmt das Kulturministerium bzw. die DRAC, weitere öffentliche Gelder kommen von der Region, den Départements Drôme und Ardèche, dem kommunalen Zusammenschluss (Valence Romans Agglo) und der Stadt.31 Das Theater liegt im Zentrum von Valence, einer Stadt im Südosten Frankreichs. Valence, 100 Kilometer südlich von Lyon, ist eine kleine Stadt mit ca. 64 000 Einwohner:innen.32 Die geografischen Gegebenheiten sind damit gänzlich andere als die der zwei anderen französischen Fallbeispieltheater in den zwei größten Städten Frankreichs. Ebenso wie das TfN in Hildesheim und das Pentabus Theatre in Ludlow zeigt die Comédie nicht nur in ihrer Spielstätte im Stadtzentrum Theaterproduktionen, sondern auch in kleineren Orten in der Umgebung (La Comédie itinérante). Die Spielstätte im Valencer Zentrum ist mit einem Theatersaal mit 839 Plätzen und einem Foyer mit kleinem Restaurant ausgestattet. Weitere vom CDN mitgenutzte Spielstätten in Valence sind das Théâtre de la Fabrique (120 Plätze) und das Théâtre de la Ville (301 Plätze).
Die Comédie betont auf ihrer Website und im Spielzeitheft den transdisziplinären Schwerpunkt des Theaters: Das Valencer CDN arbeitet mit assoziierten Künstler:innen unterschiedlicher Kunstformen zusammen (Literatur, Musik, Theater, Gaming, visuelle Künste, Tanz, Kino, digitale Künste). Für ein CDN ist das eher ungewöhnlich: Im Gegensatz zu den pluridisziplinären Scènes Nationales haben die CDN die primäre Aufgabe, den Fokus auf die Produktion und Präsentation von Sprechtheater zu legen. Das spiegelt sich, trotz der transdisziplinär arbeitenden Künstler:innen, auch in der Programmgestaltung wider: 22 der insgesamt 35 Inszenierungen sind Sprechtheater-Inszenierungen, vorrangig mit zeitgenössischen Textvorlagen. Der Theatertext spielt eine wichtige Rolle: Es werden Residenzen für Theaterautor:innen angeboten, das regelmäßig stattfindende Format Bande des mots verbindet Lesungen mit Livemusik, und auch für die Corporate Identity des Theaters spielt Text eine wichtige Rolle: Eine Serifenschrift, die an Schreibmaschinenschrift erinnert, wird durchgehend für das Corporate Design verwendet. Die Vorworte des Intendanten im Spielzeitheft sind jeweils als Theaterdialoge verfasst. Angesprochen vom künstlerischen Angebot und der Kommunikation des Theaters wird damit voraussichtlich ein (Theater-)textaffines Publikum. Über Sprechtheaterproduktionen hinaus gehen die Objets valentinois non identifiés (O.V.N.I.), partizipative Community-Projekte, die von den assoziierten Künstler:innen des Hauses initiiert werden. Diese nehmen beispielsweise die Gestalt eines Stadtspaziergangs, eines Kurzfilms oder Musiktheaterabends an. Die Projekte sind teilweise zielgruppenoffen, teilweise richten sie sich an eine bestimmte Gruppe der valentinischen Bevölkerung (z. B. Menschen ab 70 Jahren oder Menschen, die traditionelle Volkslieder aus unterschiedlichen kulturellen Kontexten kennen). Das Theater hat viele Kooperationen mit anderen Theatern und Organisationen im Gesundheits- und sozialen Bereich. Für den Ausbau der Barrierefreiheit kooperiert die Comédie mit Zuschauer:innen, die im Rahmen eines Comité de spectateurs complices das Theater beraten. Verglichen mit den anderen französischen Fallbeispielen verfügt das Theater über viele Maßnahmen zur Barrierefreiheit (beispielsweise Audiodeskription, Gebärdensprache und vibrierende Westen, die Rhythmen in der Musik erspürbar machen). Insgesamt lässt sich sagen, dass das Theater – ähnlich wie viele öffentlich geförderte Theater in Deutschland und Frankreich – mit seinem Angebot ein vermutlich bereits initiiertes Publikum anspricht und durch Kooperationen, die Präsentation an Orten in der Umgebung, klassische Vermittlungsangebote wie Einführungen, Nachgespräche etc. und die Maßnahmen zur Barrierefreiheit versucht, sein Angebot zugänglicher zu machen. Die O.V.N.I. stellen zusätzlich eine Form der Erweiterung des Programms durch partizipative Angebote dar.
Anmerkungen
- Vgl. Deutscher Bühnenverein 2025, S. 10. ↩
- Vgl. ebd., S. 141. ↩
- Langhoff o. J. ↩
- Vgl. City Population o. J. g. ↩
- Vgl. Deutscher Bühnenverein 2025, S. 12. ↩
- Vgl. MDR 2020. ↩
- Vgl. Oper-Magazin 2023. ↩
- Vgl. Chemnitz in Zahlen o. J. ↩
- Vgl. Deutscher Bühnenverein 2025, S. 12. ↩
- Vgl. Chemnitz in Zahlen o. J. ↩
- Vgl. Deutscher Bühnenverein 2025, S. 149. ↩
- Vgl. Horstmann 2009, S. 295. ↩
- Vgl. Burghardt/Nesemann 2021, S. 141. ↩
- Vgl. ebd., S. 143. ↩
- Vgl. City Population o. J. a. ↩
- Vgl. Naylor et al. 2016, S. 2. ↩
- Vgl. Arts Council England 2022, S. 4. ↩
- Vgl. Arts Council England o. J. b. ↩
- Vgl. City Population o. J. b. ↩
- Vgl. City Population o. J. c. ↩
- Little Bits of Ruined Beauty von Tom Wentworth, Premiere 29.09.2022; One of Them Ones von Charlie Josephin, Premiere 23.03.2023. ↩
- Vgl. Odéon 2021, S. 9. ↩
- Vgl. City Population o. J. d. ↩
- Vgl. Odéon 2021, S. 3. ↩
- Vgl. Ministère de la Culture o. J. c. ↩
- Vgl. City Population o. J. e. ↩
- Vgl. Vergnenegre 2022. ↩
- Vgl. LE ZEF 2022, S. 33. ↩
- Beispiele hierfür sind das dreijährige, interdisziplinäre Community-Projekt Le désir de regarder loin von Ilaria Turba 2018 bis 2021 oder das partizipative Musik- und Tanzprojekt Virus [m] des Komponisten Loic Guénin und des Choreographen Sébastien Ly 2023. ↩
- Einige Kooperationsprojekte laufen über einen langen Zeitraum: Das Angebot Du jardin à l’assiette beispielsweise lädt Schüler:innen ein, Lebensmittel im Garten anzubauen und schließlich ein Gericht daraus zu kochen. ↩
- Vgl. Comédie de Valence 2020, S. 36. ↩
- Vgl. City Population o. J. f. ↩



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