Choreographien nach Konzertmusik. Meiningen: »Natur, Leben, Liebe«
Aus TdZ 9/1984
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Detlef Völkers zweiter Abend für das Meininger Theater ist dem 80. Todestag Antonín Dvořáks sowie dem ١٠٠. Todestag Bedřich Smetanas gewidmet. Für seinen ersten Beitrag verwendet Völker drei unter »Natur, Leben und Liebe« zusammengefaßte konzertante Ouvertüren Dvořáks, die hier wohl erstmalig choreographischen Zwecken dienstbar gemacht werden.
»Natur« zeigt den Waldwohner Peter einträchtig im Spiel mit Reh und Vogel, Gräsern, Blumen und Bäumen. In »Leben« wird der junge Mann mit der menschlichen Zivilisation konfrontiert: Beim symbolisch gemeinten Karneval begegnet ihm Christine, die ihn an das Reh erinnert. Christines eifersüchtiger Freundin Elke gelingt es gemeinsam mit Paul, in »Liebe« Peters Zweifel derart zu entfachen, daß er in Raserei sein vermeintlich ungetreues Mädchen tötet. Während Peter von Bäumen in den Wald entführt wird, bleibt Elke schuldbeladen bei der Toten zurück.
Hauptmangel des wohlersonnenen Werks ist die weder der Musik noch dem Libretto adäquate choreographische Umsetzung. Völkers tänzerischer Atem reicht noch nicht aus, das Geschehen durchsichtig und dicht zu gestalten. So kommt es häufig zu lediglich dekorativen Figurationen und hohlem Posieren. Die Würge-Szene eher ein Sado-Coitus, den Jungen nach der Tat seiner Verantwortung zu entziehen, bleibt als Schluß fragwürdig.
Problematisch Völkers zweite Arbeit: »Šárka« nach dem gleichnamigen Werk (1874/75) aus Smetanas Zyklus »Mein Vaterland«....
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