Die staatlichen Schauspielschulen im deutschsprachigen Raum
Überblick
Erschienen in: Lektionen 4: Schauspielen Ausbildung (12/2010)
Assoziationen: Schauspiel
Max Reinhardt Seminar
Institut für Schauspiel und Schauspielregie
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Penzingerstraße 9
1140 Wien
Leiter des Instituts: Prof. Hubertus Petroll
Wichtige Lehrer: Prof. Klaus Maria Brandauer, Prof. Grazyna Dylag, Prof. Susanne Granzer, Prof. Artak Grigorjan, Prof. Karlheinz Hackl, Prof. Rosee Riggs (auch: Grundlagen-Unterricht), Prof. Nikolaus Windisch-Spoerk, Bernd Birkhan, Birgit Doll, Maria Happel, Roland Koch, Dietmar König (Rollengestaltung); Prof. Annett Matzke, Prof. Hubertus Petroll, Prof. Adelheid Pillmann (Sprachgestaltung); Martina Sagmeister (Körperliches Basistraining); Markus Kupferblum, Michael Moritz (Körperliche Gestaltung); Prof. Michael Gruner, Prof. Anna Maria Krassnigg, Elisabeth Umberg-Krejcir, Horst Schily (Regie); Prof. Peter Roessler (Dramaturgie)
Zulassungsvoraussetzungen, Aufnahmeprüfung:
Das Formular zur Anmeldung für die Zulassungsprüfung ist über die Website des Max Reinhardt Seminars zugänglich. Dort befinden sich auch Angaben über die Voraussetzungen und Anforderungen sowie die aktuellen Termine der Zulassungsprüfung. Das ausgefüllte Anmeldungsformular ist an die Universität für Musik und darstellende Kunst Wien zu schicken.
Kontakt für Bewerbungsunterlagen und Fragen:
Universität für Musik und darstellende Kunst Wien
Studienabteilung
Anton-von-Webern-Platz 1
1030 Wien
|315|Kosten der Aufnahmeprüfung: keine
Anzahl der Studienplätze: Es existiert keine gesetzlich vorgegebene Anzahl an Studienplätzen. Zurzeit studieren im Studienzweig Schauspiel pro Jahrgang ca. 12 Studierende.
Studiendauer: 8 Semester
Studienabschluss: Magister/Magistra Artium
Zum Studienabschluss gehören, neben der Absolvierung sämtlicher vorgesehener Fächer, die künstlerische Diplomarbeit sowie eine schriftliche Arbeit.
Studiengebühren: keine
Ästhetische Maxime der Ausbildung:
Der Studienzweig Schauspiel am Max Reinhardt Seminar ist umfassend konzipiert und bietet ein breites Spektrum an künstlerischen und technischen Fächern. Die durch das Studium beförderte Entwicklung der gestalterischen, sprachlichen, musikalischen, körperlichen und theoretischen Fähigkeiten realisiert sich in der zentralen schauspielerischen Arbeit. Professionelle Kriterien und methodische Offenheit sind gleichermaßen prägend für die Konzeption des Studiums, bei dem handwerkliches Können und künstlerische Gestaltung einander bedingen, und das durch einen hohen Standard die Pluralität der schauspielerischen Möglichkeiten zur Entfaltung bringt. Die Absolventen sollen in die Lage gebracht werden, den Bedingungen des gegenwärtigen Berufstheaters in seiner Vielfältigkeit gewachsen zu sein und zugleich die Befähigung erlangen, dieses weiterzuentwickeln, zu kritisieren und zu verändern. Die praktische und theoretische Kenntnis wichtiger Theaterpositionen ist hierfür eine Grundlage, sie sollen in ihren wesentlichen Gehalten für die schauspielerische Arbeit nutzbar gemacht werden.
Die zentrale Stellung der Schauspieler am Theater, die Bedeutung des Ensembles, die Konzentration auf die Erschließung der geistigen und szenischen Potentialität des Textes, Phantasie und Denken sind Grundlage der Konzeption des Studiums am Max Reinhardt Seminar. Die Kenntnis der Geschichte des Theaters, der Literatur und Kunst, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen und ästhetischen Fragen, die Fähigkeit der kritischen Lektüre von Texten, vor allem aber das Vermögen zur ständigen Reflexion der eigenen Tätigkeit sind wesentlicher Teil der Kultur dieser Institution. |316|Zu den angebotenen Lehrveranstaltungen gehören u. a.: Grundlagen der Rollengestaltung, Ensemblearbeit, Rollengestaltung, Sprachgestaltung, Gesang, Musikalische Gestaltung, Musikalisches Rollenstudium, Körperliche Gestaltung, Bewegungstechnik, Körperliches Basistraining, Tanz, Hörspiel, Dramaturgie, Geschichte der Kunst, Theater- und Literaturgeschichte, Ästhetik, Film, Kostümkunde, Theaterorganisation.
Studienaufbau und Studienziele:
Das erste Studienjahr wird gemeinsam mit den Regiestudenten absolviert, parallel dazu haben die Schauspielstudenten bereits ihre eigenen Lehrveranstaltungen. Die Trennung nach Studienzweigen erfolgt nach dem ersten Semester, wobei während des gesamten Studiums von den Schauspiel- und Regiestudenten weiterhin zahlreiche Fächer gemeinsam besucht werden. Die Theaterproduktionen des Seminars sind integraler Bestandteil des Studiums: Gastregisseure inszenieren Stücke mit Schauspielstudenten, Regiestudenten inszenieren ebenfalls mit Schauspielstudenten unter fachkundiger Betreuung. Eine Spannung zwischen Theorie und Praxis durchzieht das Studium. Auch dies mag dazu verhelfen, Perspektiven für ein Theater zu finden, das seine Grenzen nicht bloß in sich selbst hat, sondern mit kritischem Sinn auf Geschichte und Gegenwart gerichtet ist.
Der genaue Studienaufbau und die Studienziele sind dem aktuellen Studienplan zu entnehmen, der über die Website des Max Reinhardt Seminars zugänglich ist.
Kooperationen:
Schauspielabsolventen und -studenten des Max Reinhardt Seminars sind an zahlreichen wesentlichen Theatern tätig, vom Staatstheater bis zur Freien Szene. In den letzten Jahren gab es zudem unter anderem Kooperationen mit dem Theater in der Josefstadt, dem Theater der Jugend, dem Schauspielhaus Wien, dem WUK sowie dem Salon5. Weiters gab es immer wieder eine Zusammenarbeit mit dem Österreichischen Rundfunk, dem Österreichischen Theatermuseum, dem Institut für Philosophie der Universität Wien und dem Arnold Schönberg Center. Darüber hinaus kooperiert das Max Reinhardt Seminar im Rahmen des Studiums mit der Universität |317|für angewandte Kunst Wien, der Akademie der bildenden Künste Wien, der Filmakademie (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien, dem Conservatoire national supérieur de musique et de danse de Paris, der Artez Academie voor Theater in Arnheim, der Theaterfakultät der Akademie der Musischen Künste in Prag (DAMU, Divadelní fakulta Akademie múzických um ní v Praze) und der Shanghai Theatre Academy.

















