Das Wichtigste vom Tag
Donnerstag, 22. Januar 2026
Neues Leitungsteam für Festival Theaterformen ab 2027 ++ Ehemaliger Intendant des Deutschen Theater Bernd Wilms verstorben ++ Nach Corona wieder mehr Erwerbstätige in Kulturberufen ++ Kulturstiftung des Bundes erweitert Förderprogramm „Übermorgen“
Assoziationen: Niedersachsen Berlin Mazlum Nergiz Staatstheater Braunschweig Schauspiel Hannover Deutsches Theater (Berlin)

Hannover: Neues Leitungsteam für Festival Theaterformen ab 2027
Der Dramaturg, Kurator und Filmemacher Florian Borchmeyer sowie der Autor und Kurator Mazlum Nergiz übernehmen ab 2027 die Künstlerische Leitung des Festivals Theaterformen für vier Ausgaben bis 2030, wie das Schauspiel Hannover in einer Presseaussendung am 21. Januar mitteilte. Der Beirat des Festivals folgte dem Vorschlag der Intendanzen der Staatstheater Hannover und Braunschweig und bestätigte die Berufung der beiden Theatermacher. Sie treten die Nachfolge von Anna Mülter an, die das Festival seit 2020 leitet.
Borchmeyer und Nergiz kennen sich aus der Zusammenarbeit im Kuratorium des Festivals Internationale Neue Dramatik (FIND) an der Schaubühne Berlin. Das neue Leitungsteam möchte internationale Theaterproduktionen mit den besonderen Stärken der beteiligten Staatstheater verbinden, lokale Kooperationen ausbauen und die Themen Inklusion und Vielstimmigkeit weiterentwickeln.
Die nächste Ausgabe des Festivals Theaterformen findet vom 18. bis 28. Juni 2026 am Staatstheater Braunschweig statt. Die erste Ausgabe unter der neuen Leitung wird 2027 am Schauspiel Hannover realisiert.
Berlin: Ehemaliger Intendant des Deutschen Theater Bernd Wilms verstorben
Der frühere Intendant des Deutschen Theater Berlin, Bernd Wilms, ist am Mittwoch, den 21. Januar 2026, im Alter von 85 Jahren verstorben. Das gibt das Deutsche Theater in einer Presseaussendung unter Berufung auf seine Familie bekannt.
Wilms leitete das Deutsche Theater von 2001 bis 2008. Das Haus würdigt ihn als einen „uneitlen Ermöglicher, einen Erfinder und Menschenkenner, einen Verfechter des Handwerks, einern der aus Niederlagen stärker wurde“, dem es gelang, Regisseur:innen wie Jürgen Gosch, Dimiter Gotscheff, Barbara Frey und Michael Thalheimer ans Haus zu binden. Eine Gedenkveranstaltung ist in Planung.
Wiesbaden: 1,3 Millionen Erwerbstätige in Kulturberufen
Wiesbaden. Das Statistische Bundesamt hat neue Zahlen zur Erwerbstätigkeit in Kulturberufen veröffentlicht. Seit dem Corona-Jahr 2021 arbeiten wieder mehr Menschen im Kulturbereich. Das meldet Deutschlandfunk Kultur.
Demnach waren im Jahr 2024 rund 1,3 Millionen Personen in Deutschland in Kulturberufen tätig – vom Kunsthandwerk bis zum Journalismus. Dies entspricht einem Anteil von rund 3 Prozent an allen Erwerbstätigen. Ein Drittel der im Kulturbereich Tätigen erzielte 2024 ein monatliches Netto-Einkommen von unter 1 500 Euro. In anderen Berufen betraf das hingegen nur ein Viertel.
Halle (Saale): Kulturstiftung des Bundes erweitert Förderprogramm „Übermorgen“
Die Kulturstiftung des Bundes stellt ab 2027 weitere 10 Millionen Euro für ihr Förderprogramm „Übermorgen – Neue Modelle für Kulturinstitutionen“ bereit, wie die Stiftung mitteilte. Der Stiftungsrat hat damit eine zweite Programmphase beschlossen, die von 2027 bis 2030 laufen soll. Ziel ist es, dass Kulturinstitutionen gemeinsam mit Kulturpolitik und Verwaltung Zukunftsmodelle entwickeln und umsetzen. Ab Herbst 2026 können neue Anträge eingereicht werden, von denen bis zu 20 ausgewählt werden.
Gefördert werden Transformationsprojekte, die neue Organisationsformen, innovative Finanzierungsmodelle oder spartenübergreifende Kooperationen erproben. Die Förderhöhe liegt zwischen 300.000 und 600.000 Euro pro Projekt, wobei Antragstellende eine Kofinanzierung von 20 Prozent sicherstellen müssen. Voraussetzung ist die glaubwürdige Darlegung, wie die neuen Strukturen nach Ende der Förderung ohne zusätzliche Mittel seitens der Träger fortgeführt werden können und die aktive Unterstützung durch Politik und Verwaltung, dokumentiert durch entsprechende Beschlüsse und öffentliche Stellungnahmen.
Antragsberechtigt sind Institutionen aus deutschen Großstädten mit mehr als 100.000 Einwohnern – unabhängig von einer Förderung in der ersten Programmphase.
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Redaktionsschluss: 15:00 Uhr
Erschienen am 22.1.2026






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