Akteure
Ein sächsischer Elisabethaner
B. K. Tragelehn hat dem Theater ein großes Übersetzungswerk von Shakespeare & Co übergeben
Assoziationen: Akteur:innen Dossier: Bertolt Brecht B. K. Tragelehn Bertolt Brecht

„Lernen Sie Hochdeutsch, besorgen Sie sich ein Wörterbuch und kaufen Sie sich ein Buch über die Elisabethaner, dann können Sie Englisch!“ „Coriolan“ könne man ja nicht auf Sächsisch inszenieren. Brechts Rat hat sich sein letzter Meisterschüler besonders zu Herzen genommen: Seit Jahrzehnten übersetzt B. K. Tragelehn mit seiner Frau Christa Stücke von Shakespeare, dessen Zeitgenossen, Vorläufern und Nachfolgern: „alt englisches Theater neu“. Ein Füllhorn an Materialien, Verweisen, Beispielen. Es ist kein Zufall, dass die Bände im legendären Verlag Stroemfeld/Roter Stern erschienen sind, berühmt für seine Werkausgabe von Hölderlin.
Beide Unternehmen verbindet die Suche nach den lebendigen Quellen, aus denen sich die literarische Sprache erneuern konnte. Während Hölderlin die Rhythmen aus den antiken Tragödien in die deutsche Sprache trug, folgt Tragelehn der Spur von Brecht, dessen erste Regiearbeit eine Bearbeitung von Marlowes „Leben Eduards des Zweiten von England“ war. Als Brecht starb, war Tragelehn zwanzig Jahre alt. Nun ist Brecht siebzig Jahre tot und Tragelehn feiert seinen neunzigsten Geburtstag. Alle, die sich fragen, was nun mit Brecht anzufangen sei, da sein Werk – zumindest in Teilen – gemeinfrei wird, können von seinem Schüler einiges lernen. Zu gerne erinnert er daran, dass Theater für Brecht „keinen anderen Ausweis“ benötige „als den Spaß,...




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