Der Anfang. Coups
von Ute Nyssen
Erschienen in: Ist’s vorüber, lacht man drüber (11/2025)
ICH MÖCHTE DIESES BUCH unserer Bühnenverlegergeschichte, die zunächst nur die meinige war, ein paar Jahre später die gemeinsame von mir, Ute Nyssen, und Jürgen Bansemer werden sollte, mit der Darstellung einiger Coups beginnen. Sie gelangen mir als frisch Angestellte an meiner ersten Arbeitsstelle, in der Theaterabteilung des Kölner Verlags Kiepenheuer & Witsch, und sie spornten mich an zu der Wahl des außergewöhnlichen Berufs Bühnenverlegerin.
Den Bericht über die Lehrlingszeit der naiven Anfängerin stelle ich zunächst zurück und widme mich den vier Namen, genauer den vier Stücken (und einem fünften, einem Adoptiv- und Stiefkind), für deren Annahme ich allein verantwortlich war. Sie bescherten mir eine positive Aufnahme durch die Theater. Ich hatte den Wind in den Flügeln bei der Stückwahl, oder anders betrachtet: Es waren Stücke, die mit Wind in den Flügeln Theater und Publikum erfrischen wollten. Erst in der Rückschau lässt sich trotz ihrer Eigenart erkennen, dass eine aufmüpfige Leichtigkeit sie vereinte, eine Lebensbejahung, hinter der auch schärfere gesellschaftskritische Töne aufblitzen konnten. Sie sprachen von dem Zeitgeist, der auch mich beseelte: von so etwas wie einer (in den Jahren um 1962 noch kaum benennbaren) Lust auf Mitwirkung an politischer Veränderung. Doch was sich als Anerkennung bei meinen Entscheidungen darstellte,...
















