Vielleicht sollte ich damit beginnen, dass sie sich über den Tisch lehnte und sagte: »Du bist bestimmt ein toller Fotograf, aber wir wollen kein kleines grünes Marsmenschlein, das eingeflogen kommt, seine Fotos macht und gleich wieder weg ist. Wir wollen, dass du Teil des Ganzen wirst.« Ein Grund, warum mir Porträts und Reportagen leichtfallen, ist, dass ich sehr schnell Teil des Ganzen werde. Ob ich will oder nicht. Ich sagte Martina Aschmies zu. Eine Woche später sollte ich mit dem ersten Shooting für das neue Düsseldorfer Ensemble beginnen. Vier Schauspieler:innen erwarteten mich in Dresden. Der künftige Intendant Wilfried Schulz, Chefdramaturg Robert Koall, die Dramaturginnen Janine Ortiz und Felicitas Zürcher und natürlich Martina Aschmies arbeiteten ebenfalls am Dresdner Theater. Bevor es losging, sollte ich noch schnell in Martinas Büro. »Du, Wilfried Schulz braucht neue Bilder, das ist bestimmt kein Problem für dich, oder?« »Nein, natürlich nicht.« Und schon stand Wilfried vor mir. »Wir wollen dich, weil du die Menschen nahbar machst, Interesse für sie weckst, dass man Lust hat, sie kennenzulernen. Genau solche Bilder wollen wir von unserem Ensemble.« Wilfried wollte immer Nähe und nie Distanz in den Bildern, geschweige denn Unnahbarkeit. Könnte schwer werden, dachte ich. Die sind bestimmt völlig...