Wie lässt sich die alte „Gretchenfrage“ in eine heutige Konsens- und Machtfrage überführen? „Doktormutter Faust“ von Fatma Aydemir in der Regie von Johanna Hasse am Theater Plauen Zwickau.Foto: André Leischner
Schon Goethes „Faust“ beginnt mit einer Szene, die den Spielplandiskussionen im Intendanzbüro enthoben scheint: Direktor, Dichter und die lustige Person diskutieren darüber, wie das zu spielende Stück beschaffen sein soll. Während der Direktor vor allem auf ein möglichst volles Haus – soll heißen: volle Kassen – hofft, pocht der Dichter auf künstlerische Wahrheit und Tiefe. Er will ein ernstes, anspruchsvolles Kunstwerk schaffen und fürchtet, sich für den Massengeschmack zu verbiegen. Die lustige Person betont das Bedürfnis des Publikums nach der unmittelbaren Wirkung des Theaters und fordert, das Stück müsse lebendig und publikumsnah sein.
Auch Fatma Aydemirs Überschreibung des Klassikers beginnt mit ebendiesem Dilemma (oder müsste man sagen Trilemma?) – ergänzt um die Frage, wie man heute grundsätzlich mit diesem Stoff umgehen müsse. „Du wolltest einen Klassiker. Da hast du ihn.“ – „‚Faust‘ ist so misogyn!“ Ja, wie lässt sich der Faust-Stoff feministisch und machtkritisch für die Gegenwart neu erzählen? Und was bedeutet das konkret für die Figur des Gretchens? Sind doch Macht und Begehren komplexer als simple Täter-Opfer-Modelle. Damit ist eigentlich schon klar, wie der Abend gelesen werden muss: als Umschrift, die den Kanon zwar respektiert, die alte „Gretchenfrage“ jedoch in eine heutige Konsens- und Machtfrage überführt.
Dieses Grundsetting nutzt...
Erschienen am 18.3.2026
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