Stück
Deine Arbeit hasst dich, weil sie dich nicht braucht
Eine Übung in digitalem Dämonenfaschismus
von Dietmar Dath
Erschienen in: Theater der Zeit: Florentina Holzinger – Performing Power (04/2025)
Assoziationen: Stücke
Rollen
PERSEPHONE: Aus einem östlichen Kriegsgebiet geflohene Informatik-Hilfskraft
LARS: Programmierer, Genie
INSEKT: Ausgestorben
NICK: Faschistischer Philosoph
NELLEKE: Ehemalige Berufsschullehrerin esoterisch-kritischer Gesinnung
JÖRN: Unternehmer in Zement, Beton und dergleichen
BERTOLT BRECHT: Zeitweise verkleidet als Sigmund Freud, beide sind längst tot
DIE LEUTE: Chor und Cloud
Alle Rechte liegen beim Autor
SZENE 1:
KORRIDOR, ELFTER STOCK
(Lars, Persephone)
PERSEPHONE: Oh, du bist ja doch da!
LARS: Vielleicht.
PERSEPHONE: Was denn, „vielleicht“? Vielleicht bist du doch da, oder was?
LARS: Nich so eifrig am frühen Morgen, du Modellmitarbeiterin du. Dein Zeug da interessiert mich nicht.
PERSEPHONE: Aber mich interessiert’s. Ich brauche nämlich Hilfe mit der Software von den Aufzügen. Und du bist genau der Richtige dafür. Ich dachte allerdings, du wärst im Home Office. Du bist aber hier, siehste. Also mal zur Sache, bitte, weil, gleich kommt meine Vermieterin, und wenn die ewig unten steht, weil kein Aufzug kommt, dann hat sie einen Zusammenbruch.
LARS: Wieso kommt deine Vermieterin in den Laden?
PERSEPHONE: Die ist mein Gast. Das passiert im Rahmen der Initiative. Weißt du, die … na, jede und jeder von uns soll ja irgendwen mitbringen. Für die Evaluation.
LARS: Hab‘ ich noch nie was von gehört.
PERSEPHONE: Ach ja? Und wieso...