Gespräch
Gespräch mit einer Performer:in und Regisseur:in aus Berlin
von Kevin Rittberger und Teresa Kovacs
Erschienen in: Der Messingkauf im Curazän – Eine Ästhetik der Verschränkung (02/2026)
Assoziationen: Performance

Geister begegnen mir im Theater ohnehin. Das sind aber Begegnungen ohne Furcht. Ich habe viele Begegnungen mit Geistern. Ein Geist hat keine Kontur oder Gestalt. Für mich ist der Raum auch ein Geist. Oder die Dinge, die wir wiederverwenden. Wenn wir an einem Bühnenbild arbeiten, stecken diese voller Geister, sind chimärenhaft. Geisterräume, voller Geisterkörper*.
Was wir im Theater suchen können, ist ja etwas anderes als das, was die ökonomische Logik uns abverlangt, der Kapitalismus uns abverlangt. Und wohin die neoliberale Vereinzelung uns gebracht hat. Theater hat einen anderen Eigenwert. Als queere Theatermacher:in gibt es auch eine andere Anrufung von Verwandtschaft. Kinship-Verwandtschaft wird größer gedacht. Da gibt es noch andere Formen der Erinnerung. Viele von uns haben Zuflucht in queerer Esoterik gefunden, in Spiritualität, Religionsersatz, Zusammenhalt. Es geht immer auch um Gemeinschaftsbildung, um aus der Vereinzelung herauszukommen. Theater und Clubs sind Heterotopien. Am Anthropozän-Konzept stört mich, dass es nur um den Menschen zu gehen scheint. Das schwingt beim Curazän auch noch mit. Es sollte vielleicht aber andere Kritter und Geister* einbeziehen – eine andere Form des Raum-Zeit-Kontinuums.
Bei Flipper haben wir uns 24 Stunden in Wasser aufgelöst und versucht, unsere Hirnaktivität zu steigern. Ein Mythos besagt, dass Menschen nur zehn Prozent...


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