Vertreter*innen aus der DDR und der Bundesrepublik Deutschland waren 1965 in Paris an der Gründung der Internationalen Vereinigung der Darstellenden Künste für Kinder und Jugendliche beteiligt. Gute Vernetzung in der internationalen Szene war daher schon immer ein zentrales Merkmal von ASSITEJ Deutschland. Anlässlich des 60-jährigen Jubiläums teilen zwei Kolleginnen ihre Ansichten über die globale Organisation, ihre nationalen Zentren und ihre Arbeit für und mit jungem Publikum – und übermitteln ihre Glückwünsche.
Julia Dina Heße: Vielen Dank an euch beide, dass ihr euch die Zeit genommen habt, dieses Interview mit mir zu führen. Sue, du bist langjähriges Mitglied des Executive Committees (EC) von ASSITEJ International. Du wurdest 2014 in Warschau in den Vorstand gewählt und bist seit 2021 Präsidentin dieser globalen Vereinigung. Was bedeutet ASSITEJ für dich persönlich und als Organisation, die Theaterschaffende für Kinder und Jugendliche weltweit miteinander verbindet?
Sue Giles: Für mich hat es viele, viele Jahre gedauert, bis ich eine persönliche Beziehung zu ASSITEJ aufgebaut und die Organisation verstanden habe. Und ich glaube, dass man ASSITEJ nicht sofort vollständig verstehen kann. Als ich gebeten wurde, als australische Vertreterin zu kandidieren, hatte ich bereits an einem Weltkongress teilgenommen, sodass ich ASSITEJ zwar in Aktion gesehen hatte, aber nicht wirklich...