Theater unterm Dach Berlin: »Begegnung und Dasein«
Aus TdZ 4/1989
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Was mir an diesem »Tanztheaterprojekt« von und mit Elke Paul/Thomas Guggi imponierte: wie offen und ehrlich junge Darsteller Glücks- und Konfliktmomente zweier Partner beleuchteten. Wie sie das gestalten, mag artifiziell unfertig wirken, aber es spricht an, ihre Gedanken teilen sich mit.
In ihrem Erstlingswerk verflechten sie Tanz, Gesten-Sprache, Pantomime, gesprochenes Wort und Musik. Sie stellten ihr Tanztheaterprojekt »Begegnung und Dasein« im Berliner Theater unterm Dach erstmals dem Urteil der Öffentlichkeit. Man erlebt ein zweiteiliges Zwei-Personen-Stück, in dem sich »Begegnung« (das nicht nur heitere Sich-Kennenlernen) und »Dasein« (Langeweile in der Zweisamkeit, Frust, Versuche von Zärtlichkeit) inhaltlich verstehbar erschließen.
Die kleine Bühne »unterm Dach« ist übersät mit Papierresten und Tüten. Darauf hetzen ein Mann, eine Frau aneinander vorbei, sich rempelnd, wahrnehmend, beachtend. Sie kommen sich näher, trennen sich, sind zärtlich, stoßen sich ab. In kantigen, ruckenden, später fließenden und weichen Bewegungen. Manchmal suchen sie Halt an schmalen Stoffbahnen, die die Szene gliedern. SIE spielt mit ihren weiblichen Reizen, offenem Haar, sinnlich schönem Körper, ER fühlt sich angezogen, doch hält ihn die eigene Hemmschwelle zurück. Dazu der eigenartige Reiz der Musik von Laurie Anderson. Nur: im Gestischen dominiert zu stark die Tänzerin; die Spannung, die in der früheren Version mit dem zweiten...















