Teilhabeorientierung am Theater
von Maria Nesemann
Erschienen in: Digitale Reihe: Demokratisches Theater – Teilhabe am öffentlich geförderten Theater in Deutschland, England und Frankreich (08/2026)
Originaltitel in der Printausgabe: 5. Teilhabeorientierung am Theater
Das folgende Kapitel widmet sich nun dem, was schlussendlich am Theater im Hinblick auf Teilhabe geschieht.1 Als qualitative empirische Studie angelegt, wird anhand von neun Fallbeispielen aus Deutschland, England und Frankreich nachvollzogen, wie die Theaterschaffenden selbst Teilhabe verstehen, in ihr Aufgabenverständnis einordnen und welche Maßnahmen sie diesbezüglich entwickeln. Der Begriff ‚Teilhabeorientierung‘ lässt also erst einmal offen, ob es sich um Maßnahmen handelt, die Teilhabe als Zugänglichmachen definieren, oder Maßnahmen, die das Ziel verfolgen, das Theater in seinen Inhalten, Formen und Strukturen zu erweitern und zu verändern. Die Studie setzt sich zusammen aus einer Auswertung des Programmangebots – hierfür werden die Spielzeithefte der Theater in den Blick genommen – und leitfadengestützten Interviews, die die Programmanalyse ergänzen, erweitern und befragen. Nach einer kurzen Einführung in die Methodik und einem Überblick über die untersuchten Theater in Kurzprofilen wird der Weg möglicher teilhabeorientierter Maßnahmen am Theater nachgezeichnet: Von der Rolle, die Teilhabe im Aufgabenverständnis der Theater einnimmt, über die Generierung von Wissen über Publikum und Nicht-Publikum, Anpassungen der Voraussetzungen zur Teilnahme, des Kontaktaufbaus, der Kontaktpflege und bestehender Angebote bis hin zu Stellschrauben im Hinblick auf Veränderungen von Inhalt und Struktur. Die Erkenntnisse im Hinblick auf die jeweilige Kategorie werden differenziert für die einzelnen Theater dargestellt. Am Ende der Ausführungen zu einer Kategorie werden die wichtigsten Erkenntnisse in den Zusammenfassungen „In Kürze“ dargestellt. Dies erlaubt es, beim Lesen zwischen der ausführlichen Beschäftigung mit einem Aspekt und einer kurzen Übersicht mit dem Vergleich der neun Case Studies wählen zu können. Dort, wo es sinnvoll erscheint, sind in den Unterkapiteln außerdem in tabellarischer Form stichpunkthafte Gegenüberstellungen der Theater eingefügt, die ebenfalls zur Übersicht beitragen. Eine etwas spielerische Lesart, die einzelne Aspekte plastischer macht, bieten die „Fundstücke“, kurze Ausführungen zu einzelnen Beispielen.
Anmerkungen
- Die folgende Untersuchung nimmt die teilhabeorientierte Arbeit der Theater zunächst einmal ungeachtet dessen, ob beeinflusst oder unabhängig von der Kulturpolitik, in den Blick. Um Zusammenhänge zwischen Governance und teilhabeorientierter Arbeit geht es im nachfolgenden Kapitel. ↩

















