In „Burn Out City. Or Snow in Now Huta. Eine Globe Opera“ nimmt kainkollektiv eine schwierige Herausforderung an. Sie versuchen, so die Ankündigung, „eine Diagnose der gegenwärtigen Gesellschaft zu erstellen, die durch den totalen Willen nach Kontrolle beherrscht ist“. Zugleich soll es ein Theaterprojekt über Krakaus Arbeiterstadtteil Nowa Huta sein und etwas von der Nachkriegsgeschichte Polens erzählen. Es klingt halsbrecherisch – und so ist auch, leider, das Ergebnis, das Anfang Oktober am Theater Łaznia Nowa in Krakau und Anfang November am Ringlokschuppen in Mülheim an der Ruhr gezeigt wurde.
Warum hat sich Snow (inspiriert von Edward Snowden) ausgerechnet in Nowa Huta versteckt? Und warum machen wir uns zur Beantwortung der Frage nach der Zukunft der Zivilisation mithilfe von drei Macbeth-Hexen auf die Reise durch die Nachkriegsgeschichte Polens? Es erschließt sich nicht. Man kann wohl annehmen, dass wir es mit den typischen Schwierigkeiten einer Auftragsproduktion zu tun haben, in der sich das Interesse der Schöpfer nicht mit dem Projektrahmen einer deutsch-polnischen Kooperation zusammenbringen ließ. Das Problem geht aber noch tiefer – und betrifft das Bild der Zukunft und Vergangenheit in der Inszenierung.
Die Zukunft, stereotyp: Die Gesellschaft ist der totalen Kontrolle unterworfen. Das Problem wird oberflächlich dargestellt, es ist keine Diagnose,...