Theater der Zeit

Theater, Teilhabe und Demokratie

von Maria Nesemann

Erschienen in: Digitale Reihe: Demokratisches Theater – Teilhabe am öffentlich geförderten Theater in Deutschland, England und Frankreich (08/2026)

Originaltitel in der Printausgabe: 2. Theater, Teilhabe und Demokratie

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Die Reise auf der Suche nach dem demokratischen Theater ist keine geradlinige: Sie ist eine Zeitreise zurück zu historischen Momenten, die zum Verständnis des Verhältnisses von Theater, Demokratie und Öffentlichkeit, wie es heute in Deutschland, England und Frankreich existiert, beitragen. Obgleich diese Zeitreise in die Vergangenheit führt, scheinen dabei relevante Überlegungen für die Gegenwart und Zukunft demokratischen Theaters durch: Sie ermöglicht es, in eine andere Perspektive zu setzen, was heute als gegeben und nicht hinterfragbar erscheint und was aktuell im Zuge von Transformationsprozessen der öffentlichen Theater neu verhandelt wird. Die Reise ist auch eine in die Weiten theoretischer Konzepte: Sie führt zur Organisationstheorie des Neoinstitutionalismus, sie führt zu Demokratietheorien, zur ästhetischen Philosophie, zu kulturpolitischen, kulturmanagerialen und kulturvermittlerischen Modellen. Was zunächst als Ausflug zu disparaten, weit voneinander entfernten Reisezielen anmuten mag, soll in dieser Arbeit als Entwicklung eines Rasters, einer Landkarte mit Koordinaten verstanden werden. Diese Landkarte ermöglicht es, im weiteren Verlauf die empirischen Erkenntnisse aus Deutschland, Frankreich und England „kartieren“ zu können. Sie bietet damit zum einen ein Instrumentarium, um die Empirie beschreib- und einordenbar zu machen, zum anderen wird an sie der Anspruch gestellt, bislang in der Theorie weit voneinander entfernte, sich teils widersprechende Konzepte in ein Verhältnis zu setzen und in Bezug auf demokratisches Theater neu zu befragen.

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