Nach dem Abitur, als Gesa Geue noch nicht wusste, was sie werden wollte, absolvierte sie erst einmal ein Freiwilliges Soziales Jahr in Ungarn. Später studiert sie ein paar Semester Literaturwissenschaft, Anglistik und Kunstwissenschaft und kommt über den Jugendclub des Maxim Gorki Theaters in Berlin, damals unter der Intendanz von Armin Petras, zur Schauspielerei, studiert schließlich an der Hamburger Hochschule für Musik und Theater. Ihr erstes Engagement führt sie ans Mainzer Staatstheater. Seit der Spielzeit 2016/17 ist sie Ensemblemitglied, und seit Mitte November steht sie dort im Großen Haus im Weihnachtsstück als Ronja Räubertochter auf der Bühne. 45 Vorstellungen, nicht selten zweimal am Tag. Gesa Geue bereitet das viel Spaß, auch weil sie die neunzig Minuten quasi durchspielt. „Das ist mir viel lieber, als zwanzig Minuten auf der Seitenbühne zu sitzen.“ Dass sie nach „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ im Jahr 2016 wieder die Hauptrolle im Weihnachtsstück spielt, liegt auch an ihrer kindlichen Erscheinung: klein, jugendlich, dezent sommersprossig, rote Locken. Die Peinlichkeit, die Erwachsene, die Kinder mimen, stets umweht, bleibt Gesa Geue so erspart. Ein kindliches Ungestüm versprüht sie oft auf der Bühne, so auch als kindsköpfige Lena in K. D. Schmidts Version von Büchners „Leonce und Lena“. Engelhaftigkeit und Erdverbundenheit paaren...