Zeitgenössisch: engeki
Erschienen in: Digitale Reihe: Informierte Unbestimmtheit – Zur Robotik im Theater (06/2026)
Originaltitel in der Printausgabe: II.2 – Zeitgenössisch: engeki
In den beiden folgenden Vignetten geht es um zwei zeitgenössische Theaterformen, die sich ebenfalls mit der Inszenierung von Artefakten befassen. Mit Blick auf die szenische Robotik steht hier sowohl das Dingtheater als auch die Installationskunst im Fokus, da auch in diesen Fällen Gegenstände in Szene gesetzt werden. Beide Inszenierungspraktiken zeichnen sich durch eine Nähe zum Robo-thea-ter aus und ermöglichen es, Grundlagen für ein post‑anthropozentrisches Theater zu schaffen.
Auch in diesem Kapitel ziehe ich Beispiele heran, die dem japanischen Kulturraum zugeordnet werden können. Die Beschränkung auf das zeitgenössische Theater in Japan (engeki) geht maßgeblich aus dem Diskurs hervor, wohlwissend, dass es sich hierbei, trotz der geo-historischen Situation, um keine isolierte Kultur handelt. Der Blick auf die Spielpläne europäischer Theater sowie auf internationale Performancefestivals beweist, dass von dem japanischen Theater weder in einer abgeschlossenen noch generalisierten Form gesprochen werden kann; vielmehr gilt es, die Grenzen meiner Perspektive dialogisch zu überqueren und in diesem Teil der Arbeit vor allem nicht‑europäischen Stimmen eine Bühne zu geben.
Nachdem nun zwei traditionelle Inszenierungspraktiken relationsanalytisch untersucht wurden, betrachte ich im Folgenden zeitgenössische Fallbeispiele: Es geht, um genau zu sein, um die Eraser-Serie des Kollektivs chelfitsch, zu dem auch der Regisseur OKADA Toshiki zählt. Diese...
















