Ko-Operationen
Erschienen in: Digitale Reihe: Informierte Unbestimmtheit – Zur Robotik im Theater (06/2026)
Originaltitel in der Printausgabe: IV.2 – Ko-Operationen
Nachdem nun potenzielle Operationen für das Robo-thea-ter vorgestellt wurden, also wie sich Roboter bestimmen lassen, geht es in diesem Kapitel um den Umgang mit ihrer Unbestimmbarkeit. Hier wird die zweite Seite der informierten Unbestimmtheit beleuchtet und Ko-Operationsmodi aufgedeckt, die sich in jenen Momenten anbieten, in denen die Handlungsmacht von Künstler:innen entweder untergraben, irritiert oder zumindest durch einen Roboter auf gewisse Weise ergänzt wird. Diese Vorschläge sind auch auf andere Kontexte übertragbar, denn Maschinen stehen grundsätzlich nicht einfach zur Verfügung, sondern zeichnen sich durch einen gewissen Unbestimmtheitsgrad aus.
In diesem Sinne werden Künstler:innen und Performer:innen von Robotern inszeniert, wenngleich sie es sind, die Inszenierungsprozesse initiieren. Das folgende Kapitel bezieht sich demnach auf Aspekte, die sich mit der (künstlerischen) Potenzialität von Robotern befassen. Sobald Maschinen (in und aus der Relation heraus) Mehr-als-Werkzeuge werden, avancieren sie zu Wirkkräften, die in Verbindung mit anderen Kräften unsere Welt mitgestalten. Künstlerisches Schaffen wird deshalb nicht als ein rein menschliches Handeln verstanden, sondern als eine mehr‑als-menschliche Ko‑Operation, die Menschen sowie Roboter und all die anderen Wirkmächte einer szenischen Konstellation umfasst.
IV.2.1 – Materielle Unverfügbarkeit
Die beiden folgenden Praktiken stellen einen angemessenen Umgang mit der materiellen Unbestimmbarkeit von Robotern dar: (i) Zunächst...
















