Gespräch
Gespräch mit der KI aus dem Internet
von Kevin Rittberger und Teresa Kovacs
Erschienen in: Der Messingkauf im Curazän – Eine Ästhetik der Verschränkung (02/2026)
Assoziationen: Dossier: Digitales Theater Dossier: Bertolt Brecht

Als ich neulich ChatGPT fragte, welche Schauspielmethode eigentlich die geeignetste wäre, um inmitten der Klimakatastrophe noch Theater zu machen, bekam ich die Antwort, eine Kombination aus Stanislawski und Brecht würde den Zweck erfüllen, gleichzeitig an Vernunft und Gefühl des Publikums zu appellieren. ChatGPT verwies aber auch auf das „Viewpoints-System“, das die US-amerikanische Regisseurin Anne Bogart und der japanische Choreograf Tadashi Suzuki entwickelt haben. Ein zentraler Punkt ist die „kinetic response“, die wir auch als quantenmechanisch zu begreifende Verschränkung unserer Körper übersetzen könnten. Wenn Theater die Regeneration der Weltbeziehungen angeht, so wäre die kinetische Response-Ability sicher ein wichtiges Tool. Es würde sowohl die epische Erziehung des Publikums von der Kanzel herab als auch die emotionale Identifikation des Individualdarstellenden mit einer Figur unterlassen. Wie sagte der große Schauspieler Samuel Finzi? Das Einzige, auf das Verlass ist, ist die Membran. Für die Membran hatte der Sozialismus kein Gespür, das sagt auch ChatGPT.
In Brechts Puntila wendet sich Matti an Eva: „Das ist eine ganz menschliche Gewohnheit, daß man was bespricht. Das ist ein großer Vorsprung, den wir vor den Tieren haben. Wenn zum Beispiel die Kühe sich miteinander besprechen könnten gäb’s den Schlachthof lang nicht mehr.“ Stimmt das? Hat das jemals gestimmt? In...




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