Benjamin und Brecht beim Schach, Skovsbostrand, Sommer 1934. Akademie der Künste, Berlin, Bertolt-Brecht-Archiv, Fotoarchiv 07/027, Foto: unbekanntFoto: unbekannt
Die kleine Rede wurde am 10. Februar 2018 gehalten, zur Eröffnung der Brecht-Tage, die das Berliner Literaturforum im Brecht-Haus alljährlich veranstaltet und die 2018 als Titel ein Zitat aus Brechts Geschichten von Herrn Keuner hatten: »Ich bereite meinen nächsten Irrtum vor«. Der Untertitel war: »Brecht und die Sowjetunion«.
Ich denke, dass es sinnvoll ist, zu Beginn dieser Brecht-Tage über Begrifflichkeit zu reden. Das heißt: zu reden über den Stellenwert von Formulierungen, die ja immer von Kontexten begleitet sind. Oft auch von ihnen belastet sind! Das heißt: von Geschichte belastet. Sie kennen alle das Witzwort, das 89/90 gang und gäbe war: Sorry, war ein Irrtum – soll Marx damals gesagt haben. Das bietet sich natürlich jedem neudeutschen Feuilleton als Stichwort an, wenn es den Titel dieser Tagung Ich bereite meinen nächsten Irrtum vor kommentieren will. Als Stichwort für das Absingen des gewohnten Liedes aus dem Kalten Krieg! Also: Was ist das Wort Irrtum für ein Begriff in dem Satz?
Sie wissen, dass Brecht die eigene Ausgabe seiner Schriften Versuche genannt hat. Das hat Schule gemacht. Zum Beispiel ist Heiner Müller mit der eigenen Ausgabe seiner Schriften, der im Rotbuch Verlag, dem Vorbild gefolgt. Wenn auch nicht dem Titel. Brecht hatte...
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