Theater machen
10 Jahre am D’haus in 5.000 Zeichen
Erschienen in: D’haus. Düsseldorfer Schauspielhaus 2016–2026 – Schauspiel – Junges Schauspiel – Stadt:Kollektiv (05/2026)
Assoziationen: Düsseldorfer Schauspielhaus

Wohnung suchen. Hauptbahnhof raus. Oh Gott. Tschuldigung, wo geht’s denn hier zum goldenen Westen? »Die Wände hat ein Joseph-Beuys-Schüler gestaltet, die müssten so bleiben und deshalb auch der Preis.« Willkommen in Düsseldorf. Umgewöhnung von Dresden, dem Heimatnest, unsaniertem Altbau.
Was hilft: Bäckerei Schüren auf der Rethel. Die Schafsherde am Rheinufer. Suppe essen im Naniwa. Die Gleich-du-Sager. Karneval.
Erst mal Theater machen. Werden zehn Jahre. Wusst ich vorher nicht. An was ich mich erinnern werde: Proben mit Bob Wilson. Singen mit Anna Calvi. Tischtennis mit Thiemo Schwarz. Dresdentheaterbesuche mit »Ach, mir vermissen eusch«. Premierenpartys im Central. Überall der Jüngste sein. Offiziell Sprecherziehung, eigentlich Schauspielerrettung mit Sabine Haupt. Erster Rosenmontagszug, anschließend Westpakete voller Bonbons nach Hause schicken. Alle Fotoshootings mit Thomas Rabsch. Seine Antwort »Müsste man mal ausprobieren« auf die Frage: »Was passiert eigentlich, wenn man nackt Weitsprung macht?« Ensemblesprecher werden. Mich mit Wilfried in die Haare kriegen. Ach, so geht Theaterbusiness. Beim nächsten Mal selbst Business gemacht. Linda verliebt sich in mich während des »Sandmann«-Applauses, ich verliebe mich in Linda beim Tanzen nach
der »Bungalow«-Premiere.
Kantinennächte mit Wolfgang Michalek. Frau Enskats Sicht auf die Dinge. »Coriolan«. Der König in »Robin Hood« sagt: »Mein Bruder hat das ganze Geld...


















