Editorial
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Erschienen in: Theater der Zeit Spezial: Schweiz (04/2016)
Der Glutkern des Schweizer Theaters liegt auf über 2200 Metern Höhe, umgeben von Eis und Schnee, im Sommer wachsen hier Moose an steinigen Hängen. Der Julierpass im Kanton Graubünden ist eine Schnittstelle der Kulturen. Hier stoßen sie zusammen, „der blumige Süden, der karge Norden, die Sprachen, die Konfessionen, die Lebensarten“. „Über den Pass“, berichtet Giovanni Netzer, Gründer des Festivals Origen, „wurde in der Bronzezeit Bernstein nach Ägypten transportiert, die Römer haben die Passhöhe mit Tempelbauten bestückt, später verirrte sich dort der junge Kaiser Friedrich II. im Nebel.“ Im Tal spreche man drei Sprachen: Rätoromanisch, Deutsch, Italienisch. „Wir waren multikulturell, schon lange bevor das Wort erfunden wurde.“
Das Festival Origen auf dem Julierpass und auf der Burg Riom in Graubünden ist eines der zahlreichen Theaterprojekte in der Schweiz, die wir in diesem Theater der Zeit Spezial vorstellen. Anlässlich des 3. Schweizer Theatertreffens, das vom 26. bis zum 29. Mai 2016 in Genf stattfindet, geben wir in Zusammenarbeit mit dem Verein Schweizer Theatertreffen Einblicke in die einzigartige Vielfalt der Schweizer Szene, stellen prägende Künstler aus der deutschsprachigen Schweiz, der Romandie, dem Tessin und der rätoromanischen Schweiz vor und analysieren die strukturellen und ästhetischen Eigenarten der vier Sprachregionen.
Die Schweiz, ein helvetischer Inselstaat...















