Zeitzeuge eines verqueren Jahrhunderts. Zum Tod von Eberhard Rebling
Aus TJ 5/2008
von Volkmar Draeger
Erschienen in: Die andere Seite – Tanz in der DDR von 1975 bis 1997 (04/2026)
Assoziationen: Eberhard Rebling
Die Tanzkunst hinke allen Künsten in der DDR hinterher, konstatiert in seinem auszugsweise gedruckten Referat Eberhard Rebling. Gehalten hat er es bei der »Theoretischen Konferenz über die Tanzkunst« im März 1953 zu Berlin. Als »Hauptursache« machte er »die Herrschaft des Formalismus« aus, der sich in Negation des Inhalts, Abstraktion, Verherrlichung der Form äußere. Die Abkehr des Formalismus »von der Volkstümlichkeit der Kunst« sei verbunden »mit einer Zerstörung des Nationalen«. Hiebe gehen auf den Ausdruckstanz nieder: übersteigerter Subjektivismus, Mystizismus, Anbetung der »reinen Intuition«. Besonders deutlich zeige sich das bei Rudolf von Laban. Ausweg sei der sozialistische Realismus: als »tänzerisch-künstlerische Gestaltung des Denkens, Fühlens, Empfindens und Kämpfens der neuen Menschen«. Um »klare und eindeutige Parteilichkeit« seitens der Künstler gehe es, um das »Hervorheben des nationalen Elements« in ihren Werken, was Anreicherung des klassischen Tanzes durch den Volkstanz meint.
Neu waren die Positionen Reblings nicht, resümierten nur, was die fünfte Tagung des Zentralkomitees der SED vom März 1951 im Kampf gegen den Formalismus vorformuliert hatte. Ab Dezember 1952 schloß sich eine von der Staatlichen Kommission für Kunstangelegenheiten, Vorgängerinstitution des Ministeriums für Kultur, lancierte Debatte unter den Tanzkünstlern des Landes an. Zu deren Mitinitiatoren gehörte Rebling als seinerzeit führender Tanztheoretiker, der Karrieren zumindest...
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