Gespräch
TdZ+Die Dramaturgie der Gruppe drückt ins Stück
Peter Atanassow über seine Arbeit mit dem Berliner Gefängnistheater aufBruch im Gespräch mit Thomas Irmer
von Peter Atanassow und Thomas Irmer
Erschienen in: Theater der Zeit: Gefängnistheater (04/2026)
Assoziationen: Berlin

1997 ist aufBruch gegründet worden, das Berliner Gefängnistheater, das Sie jetzt seit vielen Jahren leiten. Waren Sie damals schon dabei?
Peter Atanassow: Ich war in einem festen Engagement in Magdeburg, wollte aber nicht dort bleiben. Da kam eine Anfrage von einem freien Projekt. Die suchen Schauspieler für ein Theaterstück, das im Gefängnis spielt mit Gefangenen, aber auch außerhalb des Gefängnisses mit ehemaligen Gefangenen und kombiniert mit Schauspielern. Das hat mich sofort interessiert, weil ich vor Jahren mal einen Film gesehen hatte, in dem ein Theaterstück in einem amerikanischen Gefängnis eine Revolte auslöst. Das ist doch spannend. Damals dachte ich, das ist vielleicht ein Ort, wo es eine Art revolutionäres Potenzial gibt. Dass sich die Denkweisen im Gefängnis gar nicht so sehr von denen der Leute draußen unterscheiden, hab ich erst später bemerkt.
Es gab ein Casting mit Roland Brus. Die Produktionsleiterin Sibylle Arndt war auch schon dabei, und Holger Syrbe, der Bühnenbildner – alle Gründer von aufBruch. Da habe ich den Henker bekommen in dem Stück „Die Gladowbande“, das in zwei Versionen vorbereitet wurde, fürs Theater draußen und im Gefängnis. Als wir dann die Proben im Gefängnis besuchten, hatte ich sofort das Gefühl, ich habe da was zu verhandeln.
Warum?...

















