„We are not here to have fun, right?“ Wenn Cristiana Morganti in ihrem Selbstporträt „Jessica and me“ von ihrem Werdegang als Tänzerin erzählt – von abgebundenen Brüsten für das Ballettkostüm, wie sie damals wie heute mit normativen Körperbildern konfrontiert ist, wie sie schließlich als Solistin in Pina Bauschs Tanztheater Wuppertal aufgenommen wurde, inwiefern diese 22 Jahre mit der Tanzikone sie geprägt haben, wie sie aber nun mit altersbedingten körperlichen Einschränkungen umzugehen lernen muss –, dann spricht sie charmant und mit viel Humor Themen an, die auf einem Tanzfestival zwar als Subtext häufig mitverhandelt werden, jedoch selten auf einer Bühne Gehör finden. „Das kennen wir doch alles schon“, „Die Choreografie hast du geklaut“, „Oh Gott, wie komme ich da bloß wieder hoch?“, kommentiert ihre Off-Stimme ihre Bewegungen. „Do you want me to talk or do you want me to dance?“, fragt sie ins Publikum und reflektiert damit nicht nur ihre Inszenierung, sondern auch eine bestehende Erwartungshaltung. Ohne Scheu vor selbstironischer Übertreibung und dem Spiel mit Verdopplung ist es gerade der Humor, der jener Inszenierung eine Leichtigkeit verleiht, die in vielen anderen Inszenierungen des 29. internationalen Festivals Tanz im August vom 11. August bis zum 2. September in Berlin, präsentiert vom HAU...